#IamRemarkable bei der IAA

09.09.2019

Die Google-Initiative #IamRemarkable, die Menschen ermutigt, über ihre Leistungen und Erfolge zu sprechen, ist dieses Jahr auch bei der IAA vertreten. Wir sprachen mit Katarzyna Seidl und Lucia Todaro vom deutschen #IamRemarkable Team.

Was ist die Initiative #IamRemarkable und warum hat sich das Google-Team engagiert? 

Lucia: #IamRemarkable macht es sich zur Aufgabe, Frauen und unterrepräsentierte Gruppen zu ermutigen, über ihre Leistungen im Beruf zu sprechen. Ich engagiere mich, da ich aktiv dazu beitragen möchte, dass die Frauenstimme in Unternehmen und der Gesellschaft deutlicher gehört wird. Der geringe Anteil von Frauen in Führungspositionen überrascht mich jeden Tag. Deshalb wollte ich aktiv sein, um dies zu ändern. Der erste Schritt für die Unternehmen ist, sich das Problem bewusst zu machen. So hat Google die eigenen Zahlen im Diversity-Bericht transparent veröffentlicht, und im Anschluss zahlreiche Initiativen ergriffen, um die Zahlen zum Positiven zu ändern. Eine dieser Initiativen ist #IamRemarkable. 

Warum gibt es am Arbeitsplatz immer noch ein Machtgefälle zwischen traditionell an der Macht befindlichen Gruppen und solchen, die nicht über das Wahlrecht verfügen oder unterrepräsentiert sind? 

Katarzyna: Wenn wir über die Repräsentation von Frauen am Arbeitsplatz sprechen, besteht dieses Machtgefälle immer noch und es wird von geschlechtsspezifischen sozialen Normen und Stereotypen in unserer Gesellschaft diktiert, was das berufliche Wachstum von Frauen stark behindert. Paradoxerweise zeigt eine Studie, dass diese sozialen Normen oft von Frauen selbst verteidigt werden. Zum Beispiel mögen Frauen und Männer keine Frauen, die sich selbst fördern (Quelle: Rudman, Laurie A. "Eigenwerbung als Risikofaktor für Frauen: Kosten und Nutzen des konterstereotypen Eindrucksmanagements." Journal of Personality and Social Psychology 74.3 (1998): 629) 

Welchen Einfluss hat ein stärkeres Bewusstsein für Feminismus und kulturelle Strömungen wie #MeToo auf Empowerment-Projekte wie Ihres? 

Katarzyna: Die Vielzahl von Diversity & Inclusion-Initiativen und -Kampagnen in den letzten Jahren zeigt, dass das Thema sehr breit und vielfältig ist. Während #MeToo eine Bewegung gegen sexuelle Belästigung und Übergriffe ist, hat #IamRemarkable einen anderen Ansatz. Mit unserem Workshop gehen wir über die Sensibilisierung für die Gleichstellung der Geschlechter hinaus. Wir möchten den Menschen helfen, ihren Wert in verschiedenen Dimensionen zu erkennen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Wir ermutigen sie nicht nur, Selbstreflexion zu üben, mehr über sich selbst zu lernen, sondern wir möchten, dass sie anfangen, ihre eigenen Vorurteile zu hinterfragen und anderen Menschen gegenüber einfühlsamer werden. 

Sie haben sich anfangs nur auf Frauen konzentriert. Warum haben Sie die Initiative erweitert? 

Katarzyna: Wir haben festgestellt, dass die Fähigkeit sich selbst zu vermarkten nicht nur geschlechtsspezifisch ist. Es gibt viele Männer ohne Selbstvertrauen, die auch von unserem Workshop profitieren. Abgesehen davon möchten wir das Bewusstsein für die Hürden schärfen, die Frauen und andere unterrepräsentierte Gruppen bei der Arbeit haben können, und alle für diese Herausforderungen sensibler machen. 

In welchen Ländern haben Sie die Workshops durchgeführt? Können Sie konkrete Erfolgsgeschichten teilen? 

Katarzyna: #IamRemarkable wurde von Anna Vainer, Product Marketing Manager in unserem Londoner Büro, und Anna Zapesochini, Ex-Googler aus dem New Yorker Büro, im Jahr 2016 gegründet. Sie starteten die Initiative, nachdem sie ein internes Empowerment-Training für Frauen bei Google absolviert hatten. Sie haben diesen Workshop ins Leben gerufen, um die Botschaft nach außen zu verbreiten. Es begann als Pilotprojekt in Polen mit 100 externen Frauen. Seitdem sind wir auf 67 Länder gewachsen und haben viele Erfolgsgeschichten. Beispielsweise war das Unilever-Team nach dem Besuch eines #IamRemarkable-Workshops bei Google Moskau so begeistert, dass es sich entschied, #IamRemarkable im eigenen Unternehmen einzuführen und zu implementieren. 

Gibt es einen spürbaren Unterschied zwischen Teilnehmern in verschiedenen Ländern? Island und die nordischen Länder werden beispielsweise durchweg als eine der am meisten gleichberechtigten Gesellschaften eingestuft. Brauchen sie noch deine Workshops? 

Katarzyna: Ich habe viele Workshops für verschiedene Zielgruppen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen durchgeführt und festgestellt, dass die Einstellung zur Selbstvermarktung sowie die geschlechtsspezifischen sozialen Normen von Land zu Land unterschiedlich sind. Ich kann zwar nicht speziell für Island und die Nordischen Länder sprechen, kann jedoch bestätigen, dass das Thema aufgrund seiner Universalität bei Menschen ungeachtet ihrer Nationalität sehr gut ankommt. 

Die Automobilindustrie ist traditionell durch klassische Assoziationen zwischen Auto und Macht von Männern dominiert. Sie unterstützen die Women in Mobility am NMW in diesem Jahr. Können Sie uns mehr über diese Zusammenarbeit erzählen? 

Lucia: Es ist eine Win-Win-Situation: Women in Mobility hat sich dazu verpflichtet, die Sichtbarkeit von Frauen in der Mobilitätsbranche zu verbessern, und die #IamRemarkable Initiative möchte Frauen dazu befähigen, offen und mutig über ihre Erfolge zu sein. Eine Sache, die ich im Laufe der Jahre gelernt habe, ist, dass wir zusammen stärker sind. 

Viele prominente Frauen haben über ihre eigenen Kämpfe an von Männern dominierten Arbeitsplätzen geschrieben, wie Michelle Obama in "Becoming" und Sheryl Sandberg in "Lean In". Gibt es Bücher / Podcasts, die Sie persönlich empfehlen würden? 

Katarzyna: Ich würde auf jeden Fall "The Confidence Code" von Katty Kay und Claire Shipman empfehlen. Dieses Buch ist eine sehr gute Anleitung, um die Bedeutung des Selbstvertrauens für Frauen zu verstehen. Es bietet eine Menge interessanter Forschungsergebnisse, die erklären, warum Frauen mit dem Gefühl der Selbstzweifel kämpfen. 

Zu Katarzyna Seidl und Lucia Todaro 

Katarzyna Seidl ist ein Revenue Lead in Global Partnerships DACH-Team bei Google. Sie hat auf den verschiedenen Märkten gearbeitet und dabei umfangreiche und sehr vielfältige Erfahrungen im Kundenbeziehungsmanagement sowie in der strategischen Geschäftsentwicklung gesammelt. Ansonsten pflegt Katarzyna bei Google eine integrative Arbeitskultur als #IamRemarkable Lead für Deutschland. 

Lucia Todaro ist eine erfahrene Industry Managerin für die Automobilbranche bei Google. Außerdem ist Lucia begeistert von Diversity & Inclusion und hilft bei der Skalierung der #IamRemarkable-Initiative in der Automobilindustrie in der DACH-Region. 

Was ist #IamRemarkable?

#IamRemarkable hat das Ziel, Menschen zu ermutigen über ihre Leistungen und Erfolge zu sprechen. Im Fokus der #IamRemarkable Initiative steht ein 90-minütiger Workshop. 

Möchten Sie mehr erfahren? 

Nehmen Sie am 12. September um 12:45 Uhr an der Networking-Veranstaltung "Women in Mobility MoveUp" in der NMW Lounge, Halle 5.0 @ IAA 2019 um 12:45 teil.