3D LiDAR mit Cepton

Was hat es mit 3D LiDAR auf sich? Wir sprachen mit Neil Huntingdon, Vice President (Business Development) bei Cepton.

Wohin bewegt sich die Zukunft von Lidar? Und was sind einige überraschende Anwendungen der Technologie? 

Lidar steigt alle paar Monate in neuere Anwendungen ein, und mit der erwarteten Steigerung der Produktreife und der erheblichen Kostensenkung in den nächsten zwei bis drei Jahren steht die Lidar-Technologie an der Schwelle zur Einführung in den Massenmarkt in mehreren Branchen. Automotive, neue Mobilität, Nutzfahrzeuge, Mapping, Industrieroboter und UAVs sind bereits bekannte Märkte für Lidar, aber es gibt auch andere aufkommende Lidar-Anwendungen, die sich als ebenso spannend erweisen werden. Beispiele für neuere Märkte für Lidar sind Sicherheit, Verkehrsinfrastruktur, Smart Cities und Bahn. So hilft Lidar beispielsweise in Straßenbenutzungssystemen, Fahrzeuge, die in die Fahrbahnen einfahren, auch bei Autobahngeschwindigkeiten genau zu klassifizieren. An intelligenten Kreuzungen identifiziert Lidar Personen oder Gegenstände in bestimmten Zonen (z.B. Straßen- oder Bahnübergänge), um Unfälle zu vermeiden und die Sicherheit zu gewährleisten. 

Kurz gesagt, wir erwarten in den nächsten Jahren ein unglaubliches Wachstum für die Lidarindustrie. Gleichzeitig werden die Anforderungen an Lidarleistung, -reife und -kosten immer wichtiger - und dabei werden weniger Lidarunternehmen mithalten können, was zu einer gewissen Konsolidierung und einer natürlichen Konzentration der Lidar-Expertise bei einer kleineren Gruppe von Unternehmen führt.

Was halten Sie vom Zusammenspiel zwischen Startups und Großunternehmen und arbeiten Sie bei Cepton mit allen Startups zusammen?

Als Startup-Unternehmen legt Cepton natürlich Wert auf strategische und kooperative Partnerschaften mit größeren Unternehmen. Automobilhersteller und Tier 1 sind natürlich wichtig, aber die Zusammenarbeit könnte über autonome Fahrzeuge hinausgehen - und auch Unternehmen mit einer Präsenz in gemeinsamen Märkten zugute kommen, die ihre Präsenz durch Partnerschaften erweitern wollen. So arbeiten wir beispielsweise mit Automobilherstellern nicht nur an autonomen Fahr- und Fahrerassistenzanwendungen, sondern auch an Lidar-Lösungen für die Verkehrsinfrastruktur. Gleichzeitig haben wir mit kleineren Unternehmen wie Dataspeed zusammengearbeitet, um unsere Produkte in Fahrzeuge für Testfahrten zu integrieren. Wir schätzen diese Partnerschaften sehr und erwarten, dass sie in den nächsten 12 Monaten weiter ausgebaut werden.

Ihre Produkte werden in Asien, Europa und den USA vertrieben. Wie werden verschiedene Märkte autonome Technologien wie selbstfahrende Autos aufnehmen? 

Die USA verfügen über die größte Bandbreite an Entwicklung und Einsatz von Technologien für autonome Fahrzeuge (AV), wobei viele Unternehmen verschiedene Segmente wie Ride-Hailing, Shuttles/Taxi, Lebensmittel-/Nahrungsmittellieferung und Trucking anstreben. Staatliche Regierungen und nationale Regulierungsbehörden arbeiten sehr proaktiv mit Unternehmen zusammen, um die Risiken zu verstehen und vernünftige Richtlinien und Gesetze zu entwickeln, die eine sichere Einführung autonomer Technologien ermöglichen.

In Asien war die Zunahme von Start-ups und Unternehmen im autonomen Technologiebereich in China von Bedeutung. Auch außerhalb Chinas gibt es in vielen Ländern ein hohes Maß an Forschung und Entwicklung in verschiedenen Unternehmen. So war beispielsweise die Olympiade 2020 in Tokio ein wichtiger Katalysator für die Entwicklung von AV-Technologien in Japan - mit Unternehmen, die sich darauf konzentrieren, bei dieser großen internationalen Veranstaltung autonome Mobilitätsdienste für die Öffentlichkeit anzubieten. Ein Teil dieser Forschung und Entwicklung führt auch zu einem stärkeren Fokus auf Innovationen für Advanced Driver Assistance Systems (ADAS).

In Europa ist der AV-Einsatz im Vergleich zu den USA geringer, aber der Schwerpunkt liegt stärker auf ADAS. Dies ist zum Teil auf den starken Sicherheitsfokus zurückzuführen, der im Einklang mit dem vorgeschlagenen Euro NCAP (New Car Assessment Program) 2020+ Fahrplan steht. Wir sehen daher erhebliche Gespräche mit Sensorfirmen von Automobilherstellern und Tier-1-Firmen in Europa. 

Der andere Trend ist, dass die hohen Investitionen in autonome Fahrzeug- und Sensortechnologien vielen anderen Märkten zugute kommen. Im vergangenen Jahr haben wir, wie bereits erwähnt, in vielen anderen Märkten ein stark gestiegenes Kundeninteresse an Lidars beobachtet. Dabei hilft uns und anderen Unternehmen, branchenspezifisches Kundenfeedback zu erhalten, dabei, Produkte zu entwickeln, die zuverlässiger und umfassender einsetzbar sind.

Es wird davon ausgegangen, dass der öffentliche Sektor hinterherhinkt und langsam ist, und der private Sektor ist der Raum für Innovationen. Wie können wir Ihrer Meinung nach die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Sektoren verstärken, um den Wandel voranzutreiben? Und ist die Zusammenarbeit zwischen den Sektoren wirklich das Größte, was den Wandel vorantreiben wird?

Bei Cepton ist unser größter Markt derzeit die USA. Wir glauben, dass viele Staaten und Kommunen in ihrem Denken und Handeln sehr fortschrittlich sind, was die Entwicklung und den Einsatz autonomer Systeme und Technologien ermöglicht. Viele lokale Regierungen und Führungskräfte glauben auch, dass intelligente Städte neue Arten von Sensoren benötigen und haben daher moderne Sensortechnologien für ihre Stadtinfrastruktur der nächsten Generation eingesetzt. So arbeitet Cepton beispielsweise eng mit wegweisenden Partnern in diesem Bereich zusammen, die unsere leistungsstarken Lidars auf Autobahnen und Verkehrsknotenpunkten eingesetzt haben. Wir sollten also vermeiden, die falsche Vorstellung zu erwecken, dass die Regierungen nicht in der Lage sind, Innovationen durchzuführen oder Schritt zu halten - die Kluft zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor verringert sich. Wir brauchen und freuen uns auf offenere Foren und Konsortien, um alle Beteiligten zu ermutigen, bei Versuchen und Einsätzen zusammenzuarbeiten, zu lernen und gemeinsam zu skalieren. 

Was ist Ihrer Meinung nach das derzeit innovativste Unternehmen?

Es gibt viele innovative Unternehmen in diesem Bereich, und Cepton hat das große Glück, mit einigen von ihnen zusammenzuarbeiten. May Mobility - einer unserer Partner - ist beispielsweise einer der ersten Innovatoren in der AV-Technologie und hat selbstfahrende Flottenfahrzeuge erfolgreich auf öffentlichen Straßen in Michigan eingesetzt. Vor kurzem wurde auch eine rollstuhlgerechte Prototypversion ihres autonomen Shuttles vorgestellt, die zeigt, wie AV-Technologie den Transport nicht nur sicherer, sondern auch für alle leichter machen kann. Auf der Automobilseite haben wir das Glück, einen innovativen Partner wie Koito Manufacturing zu haben. Als wichtiger Automobil-Tier 1 hat Koito gezeigt, wie Lidars in Fahrzeugscheinwerfer integriert werden können, um autonomes Fahren und Designeleganz zu verbinden. Als Unternehmen, das auch ein bedeutender Anbieter von Straßenlampen in Japan ist, versteht Koito auch, dass die nächste Generation der Verkehrsinfrastruktur nicht nur Beleuchtung, sondern auch intelligente Sensorik benötigt. 

Cepton bei der IAA

Schauen Sie bei Cepton in Halle 5, Stand B3415 während der IAA vorbei!