Top-Meilensteine der Logistik

Die IAA Nutzfahrzeuge ist eine führende Plattform für Logistiklösungen. Doch ohne einige bahnbrechende Technologien und Erfindungen wie dem Lkw würde der heutige Handel und Transport von Gütern nicht funktionieren. Vorhang auf für historische Meisterleistungen!

Über Straße, Schiene und Wasser fließen die Warenströme weltweit rund um die Uhr. Die Logistik ist das Uhrwerk des globalen Handels. Doch welche Meilensteine in der Geschichte prägen bis heute den Gütertransport und damit auch die Technologien und Lösungen, die auf der IAA Nutzfahrzeuge gezeigt werden? In dem ersten Teil unserer Serie blicken wir zurück auf die Anfänge des Transportwesen.

Bildquelle: National Museum Wales

1804: Premiere für die Lokomotive

Es ist kaum möglich zu sagen: "Das ist der Erfinder der Eisenbahn!" An der Entwicklung dieses Fortbewegungsmittels arbeiteten viele Menschen mit. Der englische Ingenieur Richard Trevithick war der erste, der auf Basis der Dampfmaschine von James Watt eine Lokomotive auf Schienen fahren ließ. Der "Pen-y-Darren" zog im Süden Wales auf seiner Jungfernfahrt fünf Waggons mit zehn Tonnen Fracht und rund 70 Personen. Für 14 Kilometer brauchte die Lok vier Stunden. Die Deutsche Bahn beförderte 2018 rund 255 Millionen Tonnen Güter.

Der Fünftonner aus dem Hause Daimler von 1897. Bildquelle: Daimler AG

1896: Der erste Lkw der Welt

Das erste Nutzfahrzeug sah noch aus wie eine Kutsche, mit einem Motor im Heck. Der "Lieferungswagen" von Gottlieb Daimler war für 1,5 Tonnen Nutzlast ausgelegt und wurde von einem vier PS starken Zweizylinder angetrieben. In Deutschland hatte Daimler mit dem Verkauf aber kein Erfolg und das erste Exemplar ging nach England. Schon zwei Jahre später präsentierte Daimler einen 5-Tonnen-Lastwagen, bei dem Motor und Kühler vorne platziert waren. Heute ist Daimler Trucks mit einem Weltmarktanteil von elf Prozent der größte Nutzfahrzeughersteller der Welt. 2018 verkauften die Schwaben über 500.000 Lkws.

Bildquelle: UPS

1907: Geburtsstunde der Paketdienste

DHL, Hermes, Fedex, ... – wer war eigentlich der Pionier unter den Zustellern? Mit gerade mal 100 US-Dollar in der Tasche und zwei Fahrrädern gründete James E. Casey mit der „American Messenger Company“ 1907 in der Stadt Seattle den ersten Paketdienst der Welt. Einige Jahre später firmierte er um zum „United Parcel Service (UPS)“. Das erste motorisierte Zustellfahrzeug der Firma ist ein Ford Modell T in 1913. Heute arbeiten für den weltweit größten Express- und Paketzustelldienst mehr als 480.000 Menschen. 2018 wurden 5,2 Milliarden Pakete und Dokumente transportiert. Dafür sind weltweit rund 123.000 Zustellfahrzeuge, Transporter, Zugmaschinen, Motorräder sowie 248 eigene Frachtflugzeuge unterwegs. Hinzu kommt eine Flotte mit über 300 geleasten bzw. angemieteten Flieger hinzu.

Bildquelle: Toyota Motor Corporation

1953: Die Just-in-time-Revolution

Anfang der 1950er Jahre erhielt der Toyota-Ingenieur Taiichi Ohno die Aufgabe, die Effizienz und Produktivität des japanischen Automobilkonzerns zu erhöhen, um mit den US-amerikanischen Herstellern aufzuschließen. Just-in-time und Kanban werden ersonnen. Toyota steigt auf zu einem der größten Hersteller der Welt. Ohnos Errungenschaften haben heute noch Vorbildcharakter für die Produktionslinien der Konkurrenz und anderen Industrieunternehmen. Für seine Verdienste wurde er posthum in die Logistics Hall of Fame aufgenommen.

Bildquelle: Unsplash

1956: Erfindung des Containers

Mitte der 1950er-Jahre war der Hafenarbeiter nicht zu beneiden: Ladungen wurden Palette für Palette, Sack für Sack, Ballen für Ballen auf das Schriff gebracht. Die Mannschaften brauchten dafür Tage, manchmal sogar Wochen. Am 26. April 1956 schickte der Spediteur Malcom Purcell McLean das erste Containerschiff der Welt los: die „Ideal X“. Mit an Bord: 58 selbst konstruierte Stahlkisten, die auch genau auf die Chassis seiner Lkw-Flotte passten. Mit Kränen dauerte das Be- und Entladen nur noch wenige Stunden. Dies war die Geburtsstunde des standardisierten Containers – dem Auftakt zu einer Revolution des Transportwesens. Die MV "OOCL Hong Kong" der Klasse Ultra Large Container Ship mit 400 Meter Länge ist heute das größte Containerschiff der Welt und kann bis zu 21.413 Standardcontainer transportieren.

1974: Durchbruch des Barcodes

Eine Ansammlung ungleich breiter Streifen, aus denen sich Informationen zu Ware und Preis ablesen lassen: Auch der Barcode gilt als ein Schrittmacher moderner Logistik. Innovationen, wie automatisierte, Kassieren oder die softwarebasierte Lagerhaltung wären ohne den Strichcode nicht denkbar. Als Erfinder gelten die US-Amerikaner Norman Joseph Woodland und Bernard Silver, die das Patent dafür schon 1949 anmeldeten. Weil es aber kein einsetzbares Lesegerät gab, blieb die Idee eine Weile in der Schublade liegen. Premiere hatte der Barcode erst 1974 in einem Supermarkt im US-Bundesstaat Ohio: Zum ersten Mal wurde Ware von einem modernen Scanner erfasst – ein Zehnerpack Kaugummi.

Die neuesten Entwicklungen und Trends rund um Logistik können Besucher auf der IAA Nutzfahrzeuge 2020 erfahren. Kommen Sie vom 24. bis 30. September nach Hannover und erleben Sie die Welt der Busse, Transporter, Trucks, Anhänger und Aufbauten in all ihren Facetten – der weltweit wichtigsten Plattform für die Zukunft der Nutzfahrzeugindustrie.