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Mit Highspeed in die Zukunft

5G gilt in der Autoindustrie als „wichtige Voraussetzung für die Mobilität der Zukunft“. Viele Innovationen sind auf die Highspeed-Funkverbindung angewiesen – wie etwa autonomes Fahren oder vernetzte Fahrzeuge.

Die digitale Transformation ist bereits in vollem Gange, doch etwas wird ihr nach Ansicht von Experten noch einmal einen kräftigen Schub verleihen: 5G, die fünfte Generation des Mobilfunkstandards. Von einem Game Changer in einer zunehmend vernetzten Welt ist häufig die Rede, da das superschnelle 5G die Vernetzung in vielen Fällen erst möglich macht oder beschleunigt. Das gilt für so gut wie alle Bereiche der Industrie, vor allem aber für den Automobilsektor.

Zu diesem Ergebnis kommt etwa eine Umfrage des „Business Performance Innovation“ (BPI)-Netzwerks unter Mobilfunk- und IT-Experten, von denen fast zwei Drittel (70 %) der Meinung sind, dass 5G als „eine der wichtigsten technologischen Veränderungen des noch jungen digitalen Zeitalters“ vor allem in der Autoindustrie „die Tür zu massiven Innovationen und disruptiven Veränderungen öffnen“ wird, wie es in dem Bericht heißt.

 

„Wichtige Voraussetzung für die Mobilität der Zukunft“

5G sei eine „wichtige Voraussetzung für die Mobilität der Zukunft“, sagt Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA).

Denn der neue Highspeed-Mobilfunkstandard macht viele Zukunftsvisionen der Autobranche überhaupt erst möglich. Der Grund dafür sind dessen Eigenschaften – im Vergleich zu den Vorgänger-Technologien:

  • ist 5G bei der Datenübermittlung etwa 100 Mal schneller als der aktuelle Mobilfunkstandard LTE
  • hat 5G eine minimale Latenz (Reaktionszeit) und ermöglicht damit eine nur minimale Verzögerung bei der Datenübertragung
  • funkt 5G in einem breiteren Frequenzbereich, dadurch können mehr Informationen übertragen werden

Das bedeutet: Informationen können in Echtzeit ausgetauscht werden. 5G kann die Daten von bis zu einer Million Geräten pro Quadratkilometer verarbeiten. Die Übertragung gilt als stabil, störungsfrei und damit als extrem zuverlässig.

 

Selbstfahrende Autos & 5G

All dies sind entscheidende Voraussetzungen, um etwa selbstfahrende Autos Wirklichkeit werden zu lassen, bei deren sicheren Einsatz enorme Mengen an Daten verarbeitet werden müssen. Beim autonomen Fahren muss deshalb eine kontinuierliche Verbindung zum Netzwerk sichergestellt sein. Doch bis eine größere Zahl fahrerloser Autos auf den Straßen in Deutschland unterwegs ist, wird es noch dauern – bis etwa 2040, so das Ergebnis einer aktuellen Studie des Forschungsinstituts Prognos für den ADAC. Bereits weitaus früher werden sich in großem Stil vernetzte Fahrzeuge (Connected Vehicles) durchsetzen, die mit ihrer Umwelt kommunizieren. Also mit anderen Fahrzeugen, der Infrastruktur und Fußgängern.

 

Boom vernetzter Fahrzeuge

In diesem Innovationsbereich wird in den kommenden Jahren ein besonders hohes Wachstumspotenzial erwartet. „Die Vernetzung wird in den Fahrzeugen deutlich zunehmen, wesentlich stärker als noch vor zwei Jahren prognostiziert“, heißt es in einer aktuellen Studie für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). Der Prognose zufolge soll bis 2030 nur noch ein Prozent aller Fahrzeuge nicht vernetzt sein – heute sind es demnach 18,6 Prozent. Auch vernetzte Fahrzeuge sind auf das stabile und schnelle 5G-Netz angewiesen. In Deutschland sind die ersten 5G-Netze im Sommer 2019 an den Start gegangen, bisher ist 5G allerdings noch nicht flächendeckend, sondern vor allem in Ballungsräumen wie etwa München verfügbar.

 

Messe München mit hochmodernem 5G-Netz

Zur IAA Mobility 2021 sind zahlreiche neue 5G-Standorte auf dem Messegelände und in Teilen des Münchner Stadtgebiets hinzugekommen. In einer Kooperation der Messe München mit den Mobilfunkanbietern Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland / O2 wurde eines der modernsten Public 5G-Netze in Betrieb genommen. „Der Netzausbau auf dem Münchner Messegelände während und auch nach der IAA MOBILITY ermöglicht unseren Ausstellern 5G-basierte Dienste, wie beispielsweise vernetztes und automatisiertes Fahren, Augmented Reality oder Robotik, für die Kunden vor Ort erlebbar zu machen“, sagt Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München GmbH.

 

Qualcomm: Spezialisiert auf 5G-Chips

Als ein führender Experte in Sachen 5G gilt Qualcomm-Chef Cristiano Amon. Der Halbleiterhersteller aus Kalifornien produziert unter anderem WLAN-Chips und ist spezialisiert auf 5G-Chips, an deren Entwicklung Qualcomm eine maßgebliche Rolle gespielt hat. Das US-Unternehmen sieht sich laut Cristiano Amon als ein „führender Technologiepartner“ für die Autoindustrie, etwa mit Blick auf Qualcomms Lösungen für das digitale Cockpit – und auch das digitale Fahrgestell. Das „digital chassis“ sei gerade dabei, zu „einem der wichtigsten Assets für Autohersteller zu werden“, wie Cristiano Amon kürzlich vor Bankern in den USA sagte. „Die Nachfrage nach Lösungen für die Automobilindustrie steigt.“ 5G spielt dabei eine zentrale Rolle.

 

Veranstaltungen mit Qualcomm-CEO Amon auf der IAA

Mit Spannung erwartet werden darum die Veranstaltungen mit dem Qualcomm-CEO auf der IAA Mobility 2021: Beim Vortrag „Accelerating the digital Future of Automotive“ (8.9., 13 Uhr) zeigt Cristiano Amon, welche Chancen 5G für die Autobranche bietet, welches Potenzial im digitalen Fahrgestell steckt – und wie diese Technologien dazu beitragen können, die Transportbedürfnisse des kommenden Jahrzehnts zu erfüllen. Bei der „Top-Level Session with Qualcomm“ (8.9., 15 Uhr, Online, Virtual Summit Main Stage ) spricht Cristiano Amon über den Einfluss von 5G auf die Zukunft der Mobilität.