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Fernzugriffs-Software ermöglicht auch den Zugriff auf komplexe Anlagen wie Industriemaschinen und Roboter. Credit: TeamViewer

Expertenhilfe aus der Ferne

Ob es um komplizierte Autoreparaturen geht oder die Wartung komplexer Maschinen: Manchmal helfen nur noch Spezialisten. Für Unterstützung aus allernächster Nähe müssen die nicht mehr vor Ort sein – Fernzugriffs-Software, Augmented Reality und Künstliche Intelligenz machen es möglich.

In der Industrie werden Maschinen immer komplexer. Was Auswirkungen hat auf deren Aufbau, Wartung und Instandhaltung. Gar nicht so selten, dass Probleme auftauchen, die nur ein hochspezialisiertes Expertenteam des Herstellers lösen kann. Das ist meist nicht vor Ort, sondern in der globalisierten Welt von heute vermutlich in einem anderen Land. Die Anreise kostet Zeit und Geld. Ist nicht nachhaltig, Stichwort: CO2-Emissionen. Und manchmal auch gar nicht möglich. Stichwort: Corona.

Doch dank Software wie der des globalen Technologieunternehmens TeamViewer ist es heute in vielen Fällen gar nicht mehr unbedingt nötig, dass Experten vor Ort sind. Denn die Lösungen aus dem schwäbischen Göppingen bieten nicht nur Zugriff auf Laptops und Mobiltelefone, sondern auch auf komplexe Anlagen wie Industriemaschinen und Roboter. 

TeamViewer in der Industrie

Dadurch ist es möglich, dass Spezialisten direkt und in Echtzeit bei Reparaturen helfen. Alles aus der Distanz, ohne dass sie neben der Maschine und dem Techniker stehen müssen, den sie bei seiner Arbeit unterstützen. Aus der Ferne schauen sie ihm über die Schulter und sagen ihm Schritt für Schritt, was zu tun ist. 

Die Vorteile: Weniger Anwendungsfehler, eine höhere Effizienz, geringere Kosten, eine höhere Kundenzufriedenheit, schnelle Reaktionsmöglichkeiten. Ökologisch sinnvoll ist es außerdem: Wenn Experten für Reparaturen nicht zu den Maschinen reisen müssen, sind weniger CO2-Emissionen die Folge. 

In der Industrie kommt TeamViewer entlang der gesamten Wertschöpfungskette zum Einsatz. Auch in Kombination mit Technologien wie IoT (Internet of Things), KI (Künstliche Intelligenz) und AR (Augmented Reality).
 

Beispiel: Logistikbranche 

Die Logistikbranche könnte man als das Herzstück der Industrie betrachten, denn wie das Herz den Körper mit lebensnotwendigem Blut versorgt, so liefert sie all die Waren, die für eine reibungslose Produktion benötigt werden. Häufig nach dem Just-in-time (JIT)- oder dem Just-in-sequence (JIS)-Prinzip: Also genau dann (JIT) oder in genau der Reihenfolge (JIS), in der diese Waren für die Produktion benötigt werden. Hakt es in der Logistik, hat dies prompt Auswirkungen auf Montagebänder, etwa in der Automobilindustrie. Fehler bei der Abwicklung der Bestellung machen zeitintensive Nachlieferungen nötig, im schlimmsten Fall kommt zu einem Stillstand am Band. 

Um einen solchen Dominoeffekt möglichst zu vermeiden, gelten absolute Akkuratheit bei gleichzeitig hoher Geschwindigkeit als das A und O in der Logistik. Doch Fehler können passieren bei einer Kommissionierung, die mit Bestell-Listen aus Papier arbeitet, oder das Warenwirtschaftssystem von Hand aktualisiert.

Einsatz in der Logistikbranche: Dank Datenbrille hat die Kommissioniererin die Informationen für die Bestellabwicklung direkt vor Augen. Credit: TeamViewer
Einsatz in der Logistikbranche: Dank Datenbrille hat die Kommissioniererin die Informationen für die Bestellabwicklung direkt vor Augen. Credit: TeamViewer

Auf eine digitale TeamViewer-Lösung setzt darum etwa die Schenker Deutschland AG. Der Logistikdienstleister beliefert von seinem Standort in Hannover aus die Automobilbranche.

Das funktioniert vereinfacht so: Die Kommissionierer tragen Datenbrillen (Smart Glasses), auf die ihnen aus dem SAP-System ihres Unternehmens die jeweiligen Daten eines Auftrags gespielt werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die nötigen Informationen direkt vor Augen, die Hände frei und werden zur bestellten Ware im Lager navigiert.

Mit dem RFID-Armband, das sie am Handgelenk tragen, scannen die Mitarbeiter die Ware. Bei der RFID-Technologie – RFID steht für Radio Frequency Identification – werden Daten über Funk übertragen. Die Software gleicht den Barcode mit der Bestellung ab, so wird sichergestellt, dass der Logistik-Dienstleister exakt das auf den Weg bringt, was das Automobilunternehmen geordert hat. Automatisch wird ein Label mit Lieferanten- und Chargennummer ausgedruckt, das Warenwirtschaftssystem aktualisiert.

Ergebnis: Eine 100-prozentige Genauigkeit bei der Bestellabwicklung, so berichtet es die Schenker Deutschland AG.


Beispiel: Wartung von Industrieanlagen

Bei der Reparatur von komplexen Industriemaschinen ist inzwischen zwar eine Unterstützung durch Spezialisten per Videotelefonie üblich. Doch das kann dann schon mal so klingen: „Etwas weiter rechts“ – „Nein, nicht so weit, wieder zurück“. Was mühsam und ineffizient ist. „Das ist bei der Fehlerbehebung auch riskant, weil ein falscher Handgriff kostspielige Konsequenzen nach sich ziehen kann“, sagt Dr. Hendrik Witt, Chief Product Officer bei TeamViewer. 
 

„Bitte überprüfen Sie dieses Kabel“: Mit seinem Smartphone überträgt der Techniker das Bild der Maschine. Der Experte in der Ferne erklärt ihm, was zu tun ist. Wichtige Teile kann er markieren. Credit: TeamViewer
„Bitte überprüfen Sie dieses Kabel“: Mit seinem Smartphone überträgt der Techniker das Bild der Maschine. Der Experte in der Ferne erklärt ihm, was zu tun ist. Wichtige Teile kann er markieren. Credit: TeamViewer

Dank Augmented Reality (AR) gibt es inzwischen smartere Möglichkeiten. AR in Aktion – das kennen Fahrerinnen und Fahrer moderner Autos von Head-Up-Displays, bei denen etwa Navigationspfeile auf die Windschutzscheibe projiziert werden, wie auf den Asphalt gemalt.

Ähnlich funktioniert das mit einer TeamViewer-Lösung mit integrierter AR, die für interaktive Videoanrufe zwischen dem Techniker vor Ort und dem Support-Ingenieur genutzt werden kann. Beide haben ein und dasselbe Bild vor Augen, da der Techniker sein Smartphone oder seine Datenbrille auf die Maschine richtet und sein Kamerabild geteilt wird.

Smart Glasses kommen auch in Kfz-Werkstätten zum Einsatz. Credit: TeamViewer
Smart Glasses kommen auch in Kfz-Werkstätten zum Einsatz. Credit: TeamViewer

Der Ingenieur geht dem Techniker nun Schritt für Schritt zur Hand. Dabei kann er auch Grafiken oder Videos auf das Smartphone spielen, oder wichtige Teile markieren, wenn etwa im Schraubengewirr einer Maschine eine ganz bestimmte Schraube gedreht werden muss. 

Kfz-Werkstätten nutzen diese Möglichkeit ebenso wie mancher High-Tech-Tanker auf hoher See.

Mitarbeitertraining per Smart Glasses

Es ist möglich, die Reparatur mithilfe des Smartphones oder Smart Glasses aufzuzeichnen und als Trainingsmaterial für das Wartungspersonal zu nutzen. Die Tätigkeiten in der Datenbrille zu protokollieren kann auch nützlich sein, um bei späteren Defekten nachzuvollziehen, ob eine ausreichende Qualitätssicherung stattgefunden hat. 

Störungen erkennen, bevor sie auftreten

Die ersten Anzeichen einer Störung möglichst früh zu erkennen und gegenzusteuern ist das Ziel einer vorausschauenden Wartung (Predictive Maintenance). Digitale Technologien machen es möglich: Maschinen werden mit Künstlicher Intelligenz (KI) und IoT-Technologie ausgestattet, also vernetzt

Zudem erfassen Sensoren ständig und automatisch Daten über den Zustand der Maschine, etwa über die Temperatur. Die KI analysiert diese Daten und kann, bei Abweichungen vom Normalzustand, Alarm schlagen. Über das IoT-System wird ein Mitarbeiter benachrichtigt, der die Maschine per Ferndiagnose untersucht und die nächsten Schritte einleitet.

„Wenn Maschinen und Anlagen immer intelligenter und vernetzter werden, müssen Unternehmen darauf achten, dass die technischen Möglichkeiten zur raschen Reparatur und Wartung mit dieser Entwicklung Schritt halten“, sagt Hendrik Witt. „Die modernste Produktion bringt nichts, wenn sie wegen eines Fehlers für längere Zeit stillsteht, weil Diagnose und Reparatur zu lange dauern.“

Über die Zukunft der Mobilität diskutiert TeamViewer-CEO Oliver Steil bei einem Fireside-Chat auf der IAA Mobility 2021...

https://www.iaa.de/de/veranstaltung/inspirational-keynote-with-oliver-steil-teamviewer-and-toto-wolff-mercedes-benz

...mit Toto Wolff, dem Geschäftsführer und Teamchef des Mercedes-AMG Petronas Formel-1-Teams (Mittwoch, 8. September, 9.15 Uhr). Der Talk wird auch per Livestream auf iaa.de/virtual übertragen.

Über die Bedeutung einer vernetzten Belegschaft für mehr Unternehmenseffizienz berichtet Hendrik Witt, CPO von TeamViewer, in seiner Keynote „Augmented Intelligence for a World that Works better“ (Donnerstag, 9. September, 9.30 Uhr).

https://www.iaa.de/de/veranstaltung/augmented-intelligence-for-a-world-that-works-better