„Das Digitale kommt zum Auto“

05.03.2021

Was die Besucher von der IAA Mobility in München erwarten dürfen, skizziert VDA-Geschäftsführer Jürgen Mindel im Interview mit dem Münchner Merkur. Im Fokus: Modulare Mobilität und die Digitalisierung. Und Mindel sprach auch über die Herausforderungen durch Corona.

VDA-Geschäftsführer Jürgen Mindel. © VDA

Den neuen Charakter der IAA Mobility fasst Jürgen Mindel in einem Satz zusammen: „Wichtig ist, dass wir auf die Mobilitätsbedürfnisse schauen, die die Menschen tatsächlich haben. Das Auto gehört ganz klar weiterhin dazu. Ebenso wie das Rad, die Bahn, der ÖPNV, der E-Roller. Dabei betrachten wir einzelne Verkehrsmittel nicht separat. Wir brauchen eine intelligente Vernetzung aller Verkehrsmittel“.

Entsprechend offen zeigt sich Mindel auch, was die Auswahl der Aussteller angeht: „Jeder, der in der Welt der künftigen Mobilität eine Rolle spielen möchte, ist eingeladen“, die neuesten Lösungen und Produkte für vernetzte Mobilität zu zeigen. Die Bewerbungsphase für Aussteller sei noch immer offen. Neben den üblichen Autoherstellern habe die renommierte Messe bereits einige Fahrradhersteller und Digitalkonzerne als Partner gewonnen: „Das große World Cycling Forum ist beispielsweise in München zum ersten Mal Partner der IAA. Sehr viele Fahrrad-Hersteller haben jetzt schon zugesagt, es werden immer mehr“.

„Wichtig ist, dass wir auf die Mobilitätsbedürfnisse schauen, die die Menschen tatsächlich haben. Dabei betrachten wir einzelne Verkehrsmittel nicht separat. Wir brauchen eine intelligente Vernetzung aller Verkehrsmittel“, sagt VDA-Geschäftsführer Jürgen Mindel im Interview mit dem Münchner Merkur.“

Mit ihrer Neuausrichtung bildet die IAA Mobility laut dem VDA-Geschäftsführer einen gesellschaftlichen und technologischen Wandel im Mobilitätssektor ab. Die Autoindustrie befindet sich in einer tiefgreifenden Transformation: „Wir haben ein verändertes Mobilitätsverhalten, wir haben eine gestiegene ökologische Verantwortung. Und Herausforderungen wie die Urbanisierung. Hinzu kommen eine zunehmende Vernetzung und Automatisierung der Fahrzeuge. Die IAA Mobility ist die Plattform, auf der wir den neuen Stand der Technik und die neuen Ideen auf den Weg zur klimaneutralen Mobilität zeigen und diskutieren“.

Ein wichtiger Teil dieser neuen Technologien stammt mittlerweile auch von Elektronikherstellern und IT-Unternehmen. In den vergangenen Jahren hat das zu einem gestiegenen Interesse an Elektronikmessen wie der Consumer Electronics Show in Las Vegas geführt. Der Trend zur Elektronikmesse gehe laut Mindel jedoch wieder in die andere Richtung: „Nicht das Auto kommt zum Digitalen, sondern das Digitale kommt zum Auto. Und so haben wir IBM, Huawei, Mobileye, Siemens und viele andere Digitalunternehmen auf der IAA in München. Wir schaffen mit der IAA Mobility die Verbindung zwischen Mobilitätsindustrie und Tech-Unternehmen“. 

„Nicht das Auto kommt zum Digitalen, sondern das Digitale kommt zum Auto. Und so haben wir IBM, Huawei, Mobile Eye, Siemens und viele andere Digitalunternehmen auf der IAA in München“, sagt VDA-Geschäftsführer Jürgen Mindel im Interview mit dem Münchner Merkur.“

Ein Fragezeichen setzt allerdings weiter die Corona-Krise. „Wir sind optimistisch, dass die Rahmenbedingungen sich bis September deutlich verbessern und wir die neue IAA in München erleben. Dafür arbeiten wir gemeinsam mit unserem Partner Messe München an Hygiene-Konzepten“, sagte der VDA-Geschäftsführer. „Besucher werden registriert, wir halten Abstand, die Hallen sind belüftet, wir haben Außenflächen und können insgesamt sehr kontrolliert planen“. Darüber hinaus sieht das neue Konzept auch vor, die Messe mit externen Ständen an öffentlichen Plätzen sichtbar zu machen. So seien unter anderem Stände am Marienplatz und am Odeonsplatz geplant.