5 Fragen an Tiffany Mittelstenscheid

25.06.2021

Über die Zukunftsaussichten der Brennstoffzelle und ihre künftigen Einsatzzwecke spricht Tiffany Mittelstenscheid, Produktmanagerin Brennstoffzellen-Stack bei Bosch. Im Rahmen unseres Fünf-Fragen-Interviews verrät sie auch, worauf sie sich am meisten freut, wenn sie an die IAA MOBILITY denkt.

Wie sehen Sie die Zukunftsaussichten für die Brennstoffzelle? 

Die Brennstoffzelle hat einen festen Platz in der Angebotspalette für den Antrieb der Zukunft. Bei Bosch fokussieren wir zunächst vor allem auf Nutzfahrzeuge und erwarten den Serienstart 2022/23. Gerade wenn es darum geht, einen 40-Tonner über lange Strecken rein elektrisch und damit lokal emissionsfrei zu fahren, ist die Brennstoffzelle erste Wahl. Auch weil sich Wasserstoff innerhalb weniger Minuten für hunderte Kilometer Reichweite nachtanken lässt und Lkw kein sonderlich dichtes Tankstellennetz benötigen. Und ist die Technik in Nutzfahrzeugen etabliert, sehen wir auch Einsatzmöglichkeiten unserer Brennstoffzellen-Antriebe im Pkw. 2030 kann nach Bosch-Prognose jedes zehnte Elektroauto weltweit ein Brennstoffzellen-Auto sein. 

Welchen Antrieben gehört Ihrer Ansicht nach die Zukunft und warum? Batterieelektrisch, Brennstoffzelle, E-Fuels? 

Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch, keine Frage. Dennoch werden wir noch längere Zeit je nach Region und Anwendungsfall weiter Fahrzeuge mit hocheffizienten Verbrennungsmotoren sehen. Denn betrieben mit E-Fuels können auch sie CO2-neutral unterwegs sein. Wie schnell sich die Elektromobilität weltweit im Einzelnen durchsetzt, hängt auch von der Infrastruktur im jeweiligen Land ab: Wie rasch gibt es insbesondere eine ausreichende Anzahl an Ladesäulen mit nachhaltig erzeugtem Strom, die möglichst schnelles Laden erlauben? 

Welches Verkehrsmittel nutzen Sie persönlich am liebsten? 

Das hängt stark von Ziel und Anlass ab. Wenn ich quer durch Deutschland zum Familienbesuch reise, fällt die Wahl in der Regel aufs Auto. Bei Städtereisen bevorzuge ich die Bahn. Direkt am Wohnort ist es meist das Fahrrad, oder ich gehe zu Fuß. 

Welche Erinnerungen verbinden Sie mit der IAA? 

Die IAA ist für mich immer ein Highlight. Ich mag die Gespräche mit den Messebesuchern und Kunden. Die Messe ist für mich immer auch ein Blick in die mobile Zukunft, das ist klasse. Alle sind motiviert und schauen gemeinsam, wohin sich die Mobilität entwickelt. 

Worauf freuen Sie sich am meisten auf der neuen IAA? 

Sehr gespannt bin ich auf das hybride Veranstaltungskonzept und wie sich die IAA in die Stadt München integrieren wird. Die Entzerrung von Endverbrauchern und Fachbesuchern unterstützt unser Ausstellungskonzept. So können wir unser Informationsangebot und die Gespräche noch zielgruppenorientierter gestalten. 

Über den Brennstoffzellen-Stack von Bosch

Einen enormen Teil der weltweiten CO2-Emissionen nimmt die Verkehrs- und Transportbranche ein. Bis 2030 sollen diese Emissionen um 30 % bei den Neuzulassungen reduziert werden. Doch allein mit batterieelektrischen Antrieben sind die Ziele vermutlich nicht zu erreichen. Hier spielt die Brennstoffzelle ihre Stärken aus. Bosch bietet ein umfangreiches Portfolio für Brennstoffzellenfahrzeuge an. Das Herzstück ist der Brennstoffzellen-Stack mit einer Bruttoleistung von bis zu 132 kW. Denn: Eine einzelne Brennstoffzelle generiert nicht ausreichend Energie, um ein Fahrzeug anzutreiben. Hier kommt der Stack ins Spiel, ein Stapel aus in Serie geschalteten Brennstoffzellen. In jeder dieser Zellen wird die chemische Reaktionsenergie des zugeführten Wasserstoffs und Luftsauerstoffs in elektrische Energie umgewandelt.

Die IAA MOBILITY wandelt sich von einer reinen Autoshow zur internationalen Mobilitätsplattform mit vier Säulen: Dem Summit, der Conference, der „Blue Lane“ und dem innerstädtischen Open Space. Unter dem Motto „What will move us next“ steht sie für die digitale und klimaneutrale Mobilität der Zukunft. Vom 7. bis 12. September 2021 kommen die Auto-, Fahrrad- und Tech-Industrie auf der IAA MOBILITY in München zusammen.