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Smart und mobil durch die Stadt

03.02.2021

Bei Smart Mobility geht es um ein rundum vernetztes Verkehrssystem in der Stadt: Smart Parking, Trip Planning, Carpooling, Carsharing und Ridehailing. Wir klären auf, was dahinter steckt.

Trip Planning: Intermodal unterwegs

In den Großstädten gibt es eine Vielzahl von Verkehrsmitteln: den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) mit U-Bahnen, Straßenbahnen, Bussen sowie Taxis, Rent-a-bike, Carsharing, Leihräder. Wir wählen und verknüpfen verschiedene Verkehrsmittel miteinander. Geschieht das Umsteigen nahtlos, ist man „intermodal“ unterwegs. Spezielle Apps schlagen eine Schneise durch den Angebotsdschungel. Ob ÖPNV, Auto oder Leihfahrzeug – entscheidend ist nicht mehr, womit, sondern wie schnell und effizient man ans Ziel kommt. Anbieterübergreifend mit verschiedenen Verkehrsmitteln wird per Klick die schnellste oder bequemste Route gefunden. Das Prinzip stammt aus dem Güterverkehr. Dort ist es schon lange Usus, die Transportkette vernetzt zu überblicken. Nach und nach werden solche Angebote intelligenter: Algorithmen lassen aktuelle Verkehrssituationen per Echtzeit in die Berechnung einfließen, ebenso wie die Parkplatzsituation am Zielort. Auch wird daran gearbeitet, durchgängige Bezahlsysteme zu entwickeln, mit denen die Kunden ihre Reise trotz verschiedener Verkehrsmittel bequem bezahlen können. So wie Apps heute schon die umweltfreundlichste Option anzeigen, könnte sie in Zukunft Routen präsentieren, die besonders gesund sind, weil sie eine Strecke zur Fuß oder mit dem Leihfahrrad enthalten. Oder solche, die an Sehenswürdigkeiten mit einem Doppeldeckerbus vorbeiführen. Die App könnte auch aus den bisherigen Fahrten die Vorlieben des Kunden erahnen und Optionen anzeigen, die ihm am besten gefallen dürften.

Carsharing: Teilen ist in

Autos sind integraler Bestandteil der vernetzten urbanen Mobilität und ergänzen als Carsharing-Flotten den Mobilitätsmix. Das Prinzip ist bekannt: Auto per App lokalisieren, reservieren, einsteigen und losfahren. Das Auto wird entweder an einer Station oder irgendwo im Geschäftsgebiet abgestellt. In Deutschland ist das Interesse an Carsharing ungebrochen: Aktuell nutzen rund über zwei Millionen Deutsche die Dienste von verschiedenen Anbietern, die ihre Flotten zunehmend elektrifizieren. Zudem gibt es mit Bike- und eScooter-Sharing bereits weitere abgewandelte Formen des Sharingprinzips. Bei längeren Fahrzeuganmietungen oder in Gebieten ohne Carsharing muss es aber nicht gleich der klassische Mietwagen sein. Das Peer-to-Peer-Carsharing ist eine gute Alternative: Private Vermieter verleihen ihr eigenes Auto. Die Vermietung wird selbstverständlich online geregelt und das Fahrzeug ist zu jeder Zeit der Vermietung versichert. Der Mieter findet nicht nur leicht ein Auto, sondern auch eine abwechslungsreiche Palette an fahrbaren Untersätzen – Autos mit ganz individuellem Charakter. Das Prinzip ist kinderleicht: Als Vermieter legt man die Mietzeiträume fest und veröffentlicht diese Termine mitsamt Fotos und Daten des Autos auf einer Plattform. Hier wird der Wagen auf einer Karte lokalisiert und mit einem eigenen Profil dargestellt. Ein potenzieller Mieter surft durch die Profile und fragt eine Buchung an. Wurde die Nutzung bestätigt, lässt sich das Fahrzeug innerhalb des Nutzungszeitraums vom Mieter per Smartphone-App öffnen. Chips und spezielle Connectivity-Boxen ersetzen den klassischen Autoschlüssel.

Smart Parking: Das Ende der Suche

Die Parkplatzsuche mit dem Auto in der Stadt ist ein chronisches Problem. Fahrer in deutschen Städten verbringen durchschnittlich 46 Stunden pro Jahr mit der Suche nach einem freien Parkplatz. In den untersuchten Städten sind so Staukosten in Höhe von 2,8 Milliarden Euro entstanden. Die Fakten sprechen Bände, wie wichtig die Optimierung der Suche ist. Per Parkplatzsharing können Mieter bzw. Eigentümern von privaten Stellplätzen anderen Nutzern Parkraum auf privaten Flächen und Garagen für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus verspricht eine ganze Reihe von Park-Apps das Ende des zeitraubenden Suchens. Über diese kann man am Straßenrand einen Parkschein digital direkt lösen oder ins Parkhaus fahren, ohne vor Ausfahrt an den Kassenautomat gehen zu müssen. Die Abrechnung erfolgt am Monatsende bequem per Lastschrift oder Kreditkarte. Etliche Start-ups und Industrieunternehmen entwickeln verschiedene Lösungen wie Radarsensoren an Laternenmasten oder Bodensensoren, die in den Asphalt eingelassen werden, die erkennen sollen, ob ein Parkplatz frei oder belegt ist. Die Informationen gehen an eine Cloud. Daraus entsteht eine Echtzeit-Parkkarte, die Autofahrer per App nutzen oder im Internet abrufen können. Ähnlich funktioniert das beim sogenannten Community-based Parking: Im Fahrzeug verbaute Ultraschallsensoren scannen permanent den Straßenrand nach freien Lücken ab. Die Daten lassen sich zur Kartierung wiederum nutzen. Das bedeutet aber auch: Desto mehr Autos sich vernetzen, desto aktueller und genauer sind am Ende die Parkplatzinformationen.

Ridehailing: Von Tür zu Tür

Busse und Bahnen sind günstig, bedienen aber nur bestimmte Strecken zu festen Zeiten. Taxen fahren immer und überall, sind aber teuer. In die Lücke dazwischen drängen neue Anbieter mit sogenannten Ridehailing-Angeboten. Dabei kann man sich wie beim Taxi an fast jedem Punkt der Stadt abholen und absetzen lassen. Damit aber der Shuttle möglichst ausgelastet ist, können während einer Tour Gäste zu- oder aussteigen, das bedeutet Fahrgäste mit ähnlichen Zielen teilen sich das Fahrzeug. Im Hintergrund ermittelt ein Algorithmus für die im Stadtbereich ständig umherfahrende Flotte und anfragende Fahrgäste die beste Zeit- und Streckeneffizienz stets in Echtzeit. Das Smartphone weist den Passagier entsprechend zum nächstgelegenen Zusteigepunkt. Die Einstiegspunkte sollen fußläufig zum Standort des Kunden sein. Im Idealfall lassen sich sogar Tür-zu-Tür-Fahrten arrangieren. Oder wartezeitfreies Umsteigen auf andere Verkehrsmittel.  

Carpooling: Das Comeback der Mitfahrgelegenheit

Heutzutage wartet man nicht mehr stundenlang, mit Daumen rausgestreckt oder einem Pappkarton auf dem das Reiseziel gekritzelt steht, schwitzend in der Mittagssonne an der Autobahnraststelle oder am Zubringer. Carpooling macht den Privatwagen zum öffentlichen Verkehrsmittel. Passende Mitfahrer zu finden ist dank zahlreicher Plattformen und Apps einfach. Bisher wenden sich die Angebote zumeist direkt an Menschen, die zufällig in die gleiche Richtung oder spontan eine Fahrt buchen möchten. Unternehmen und Pendler sind dagegen weniger im Fokus. Seit einiger Zeit gibt es jetzt auch Carpooling-Communitys für Unternehmen, Universitäten oder Stadtverwaltungen. Deren Mitarbeitern registrieren sich und suchen oder bieten Fahrten an. Kosten können online direkt zwischen Kollegen geteilt und abgerechnet werden. So werden Nutzer erreicht, die jeden Tag gleiche Wege zurücklegen. Und Mitfahrer müssen nicht immer zu völlig Fremden ins Auto steigen. Nebenbei fördert die Fahrgemeinschaft, sich auszutauschen und das berufliche Netzwerk zu erweitern. Und in Städten wie Los Angeles dürfen voll besetzte Autos sogar auf eigenen Fahrspuren am Stau vorbeifahren.

(Aufmacherfoto: © moovel Group GmbH)

Die IAA MOBILITY wandelt sich von einer reinen Autoshow zur internationalen Mobilitätsplattform mit vier Säulen: Dem Summit, der Conference, der „Blue Lane“ und dem innerstädtischen Open Space. Unter dem Motto „What will move us next“ steht sie für die digitale und klimaneutrale Mobilität der Zukunft. Vom 7. bis 12. September 2021 kommen die Auto-, Fahrrad- und Tech-Industrie auf der IAA MOBILITY in München zusammen.