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Die Kreuzung, die mitdenkt

05.02.2021

Wenn wir in Zukunft unser Fahrzeug durch den Stadtverkehr lenken, werden wir nicht nur mit anderen Autos kommunizieren, sondern Daten mit intelligenten Kreuzungen und Verkehrsleitsystemen austauschen.

Aktuell lebt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Bis 2030 werden eine Milliarde Menschen hinzukommen und den ohnehin schon ausufernden Verkehr in den Ballungszentren weiter verdichten. Sicherheit im Straßenverkehr wird damit im nächsten Jahrzehnt eine zentrale Herausforderung. Die aktuelle Situation zeigt ein Live-Countdown auf der Website der Weltgesundheitsorganisation WHO. Während in Deutschland und anderen Industrienationen die Zahl der Unfallopfer stetig abnahm, stieg sie in ärmeren Ländern deutlich an. Das Fahren wird aufgrund fortschrittlicher Sicherheitssysteme und hohen Sicherheitsstandards immer sicherer. Doch vor allem Kreuzungen sind trotz des Fortschritts immer noch ein Risikogebiet. Das soll sich ändern.

Intelligente Infrastruktur für die Stadt

Städtische Knotenpunkte sind so etwas wie die Königsdisziplin der Verkehrsplanung. Eine Großstadt verfügt locker über 1.000 Kreuzungen. Hier treffen aus allen vier Himmelsrichtungen Autos, Busse und Trams, Lkw, Motorräder und E-Scooter, Fahrräder, Elektro-Tretroller und Fußgänger in unterschiedlichen Tempi aufeinander. Und künftig kommen noch autonom fahrende Fahrzeuge dazu. Das birgt allerhand Gefahren: Ampeln wechseln das Signal, der eine will bei Gelb noch schnell beschleunigen, der andere bremst abrupt. Das führt häufig zu Auffahrunfällen. Dazu gibt es eine Vielzahl von kritischen Situationen beim Abbiegen, etwa beim Linksabbiegen, bei dem der Fahrer den Gegenverkehr kreuzt und eventuell verdeckte Fahrzeuge zu spät erkennt. Oder beim Rechtsabbiegen, wenn sich ein Fahrradfahrer oder Fußgänger im toten Winkel befindet.

Hunderttausende von Unfällen ließen sich allein vermeiden, wenn nicht nur moderne Autos, sondern auch Kreuzungen ihr Umfeld erkennen könnten. Erste intelligente Kreuzungspunkte werden derzeit in Columbus, Ohio, und im kalifornischen Walnut Creek unter Alltagsbedingungen erprobt. Die „Intelligent Intersection“ ist an den Eckpunkten mit Lidar-, Radar- und Kamera-Sensoren ausgestattet. Leistungsfähige Sensorfusionsalgorithmen erzeugen ein detaillierteres Bild der Umgebung – zu jeder Tageszeit, auch bei widrigen Wetterverhältnissen. Die Lösung erkennt jeden Verkehrsteilnehmer im 360°-Umkreis und übermittelt Position und Bewegung relevanter Objekte an alle Fahrzeuge in Reichweite, die über die entsprechende Car-to-X-Technologie verfügen. Via Standard Dedicated Short Range Communication, LTE oder künftig 5G werden Informationen innerhalb weniger Millisekunden zwischen der Straßenkreuzung und verbundenen Fahrzeugen ausgetauscht. Beispielsweise um die Fahrer vor möglichen Rotlichtverletzungen oder beim Rechtsabbiegen vor dem rasanten Radfahrer im Totenwinkel zu warnen –  ein wichtiger Meilenstein den innerstädtischen Verkehr für alle zu verbessern.

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