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So gelingt das Aufladen des E-Autos zuhause

Tankstelle zuhause: Die meisten Eigenheimbesitzer nutzen eine Wallbox, um ihr E-Auto mit Energie zu versorgen. Aber auch, wer in einer Mietwohnung wohnt, kann heimischen Strom nutzen. Wie das geht und welche Fördermöglichkeiten vom Staat es gibt, erklären wir hier.

Im Grunde braucht man zum Laden nur eine Steckdose und ein Ladekabel. Doch das E-Auto über die übliche Haushaltssteckdose aufzuladen, ist nicht empfehlenswert. Denn hier kann nur einphasig geladen werden. Außerdem sind sie nur mit 10 Ampere für das Laden belastbar – und deshalb für dauerhaftes Laden von Elektrofahrzeugen nur bedingt geeignet. Zudem dauert ein sogenanntes Notfall-Laden an der haushaltüblichen „Schuko-Dose“ nicht nur wesentlich länger, es kann auch das Stromnetz in ein Ungleichgewicht bringen.

Sicher und effektiv laden mit der Wallbox

Um das Auto sicher und effektiv zu laden, benötigen Sie eine Wandladestation oder Wallbox. Private Haushalte sind in Deutschland typischerweise über drei Phasen an das Stromnetz angeschlossen, so dass Ladevorrichtungen für das E-Auto einfach installiert werden können. Sie kann mit einem Smart-Home-System oder einer Photovaltaikanlage gekoppelt werden. Wallboxen werden vom Elektriker an den dreiphasigen 400-Volt-Hausanschluss angeschlossen. Sie sollten einen eigenen Stromkreis ohne Nebenverbraucher erhalten.

Wie lange das Fahrzeug allerdings zum Aufladen braucht, hängt vom Zusammenspiel aus Ladeleistung der Wallbox und der Batteriegröße im Auto ab. Europäischer Standard für das Laden am heimischen Wechselstromanschluss ist der sogenannte Typ-2-Stecker, mit dem dreiphasiges Laden bis 22 Kilowatt (400 Volt, 32 Ampere) möglich ist. Nutzt man einen Combo-2-Stecker, der wie ein Typ-2-Stecker aussieht, aber um zwei Leistungskontakte erweitert wurde, ist Schnellladen bis zu 450 Kilowatt möglich.  

Dreiphasiges Laden über eine Wallbox verursacht keine Asymmetrien im Stromnetz, wie sie beim einphasigen Laden vorkommen können. Es ist netzverträglich[3] und sicher. Denn Wallboxen sind mit Leitungsschutzschaltern, die das Ladekabel vor Überlastung bewahren, und Fehlerstrom-Schutzschaltern (FI-Schutzschalter) abgesichert. Letztere schützen im Falle eines Leitungsdefekts oder feuchten Kontakts.

Wallbox: Anforderungen ans heimische Stromnetz

Wichtig ist jedoch: Das Einrichten der Wallbox sollte unbedingt ein Elektrofachbetrieb vornehmen – und zuvor die Hausinstallation prüfen. Wird ein E-Auto geladen, fließt über mehrere Stunden eine hohe Strommenge durch die Leitungen. Deshalb müssen diese und die Netze hinter der Wandladestation den Anforderungen moderner Ladetechnologie gerecht werden. In vielen Gebäuden wurde die Elektroinstallation zum Zeitpunkt des Baus für weniger leistungsfordernde Verbraucher ausgelegt. Deshalb sind vorhandene Installationen unter Umständen für Laden mit hohen Leistungen über längere Zeiträume ungeeignet – vor allem wenn mehrere E-Autos zugleich geladen werden sollen. Wichtig ist auch: Die Ladeeinrichtung muss beim Netzbetreiber angemeldet werden. Bei 22-Kilowatt-Wallboxen muss der Netzbetreiber sogar eine Genehmigung vor Inbetriebnahme geben.

Die sicherste Art, zuhause das Auto zu laden: mit einer vom Fachmann installierten Wallbox © BMW
Die sicherste Art, zuhause das Auto zu laden: mit einer vom Fachmann installierten Wallbox © BMW

Laden zuhause – in der Mietwohnung oder in Eigentümergemeinschaft

Was tun, wenn man eine Wallbox installieren will, aber die Eigentümergemeinschaft oder den Vermieter erst überzeugen muss? Ende 2020 ist das Gesetz zur Förderung der Elektromobilität und Modernisierung des Wohnungseigentumsgesetzes und zur Änderung von kosten- und grundbuchrechtlichen Vorschriften (Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz (WEMoG) in Kraft getreten. Wohnungseigentümer können nun die Genehmigung für den Einbau einer Ladevorrichtung verlangen, informiert der ADAC.

Die Eigentümergemeinschaft entscheidet nur darüber mit, wie die Ladestation ausgeführt wird. Wer sich nicht an den Kosten beteiligen möchte, muss das nicht – kann die Ladepunkte dann aber auch nicht nutzen. Auch Mieter haben einen grundsätzlichen Anspruch auf eine Lademöglichkeit für ihr E-Auto. Allerdings zahlt der Mieter die Aufstellung der Ladepunkte selbst.

Eine wichtige Frage ist aber, wie die Elektroinstallation im Mehrparteienhaus beschaffen ist. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) weist zusammen mit dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und dem Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) darauf hin, dass viele Hausanschlüsse in Mehrfamilienhäusern noch immer auf Anforderungen wie in den 1980er Jahren üblich ausgelegt sind.

Bleibt noch die Frage der Finanzierung

Hausbesitzer müssen hohe Summen investieren, um die Elektroinstallationen an den höheren Verbrauch anzupassen und ein entsprechendes Lastmanagement einzurichten. Auch, wenn es Fördermöglichkeiten seitens des Bundes und der Länder gibt, fordern die Verbände ein eigenständiges Förderprogramm für leistungsfähige Elektro-Infrastrukturen in Mehrfamilienhäusern und haben einen Vorschlag für ein Konzept vorgelegt. Diese Förderung soll nach ihrem Wunsch deutlich über die Anschaffung einer Ladeinrichtung hinausgehen, wie sie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) derzeit bietet: Hausbesitzer und Wohnungs­eigentümer­gemein­schaften, Mieter und Vermieter können pro Ladepunkt, den sie errichten, einen Zuschuss von 900 Euro erhalten – wenn die Ladestation an nur privat genutzten Stellflächen von Wohngebäuden installiert und ausschließlich mit Ökostrom betrieben wird.

(Aufmacherfoto © Volkswagen AG)

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