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Wie deutsche Innovationen das Auto verändern

Deutschland ist das Ursprungsland des Automobils und deutsche Unternehmen haben die Branche mit bahnbrechenden Entwicklungen immer wieder vorangetrieben. So auch jetzt, im aufbrechenden Zeitalter der Elektromobilität. Welche wichtigen Bausteine die deutsche Automobilindustrie jetzt für E-Mobilität, autonomes und vernetztes Fahren oder intelligentes Carsharing liefert.

Airbags, Navigationssysteme, ABS – all diese Features sind inzwischen Standard geworden in unseren Autos. Und sie haben eines gemeinsam: Sie wurden in Deutschland erfunden. Und der Erfindungsgeist lebt: Bis 2025 investieren Zulieferer und Hersteller aus Deutschland rund 150 Milliarden Euro in E-Mobilität, Digitalisierung, neue Antriebe, Sicherheitssysteme und Umwelttechnologien. „Die technischen Entwicklungen zeigen: Kein anderes Land der Welt kann Auto so umfassend wie Deutschland. Die deutsche Automobilindustrie ist der größte Innovationstreiber der Welt", sagt VDA-Präsidentin Hildegard Müller.

Nun geht es um wichtige Bestandteile für Elektromobilität, autonomes und vernetztes Fahren oder intelligentes Carsharing. Wir stellen Ihnen einige spannenden Innovationen 2021 vor:

Der Rechtsabbiegeassistent fürs Auto

In der Fahrschule haben wir dieses Wort immer wieder gehört: „Schulterblick!“ Auch wenn die meisten dies beim Abbiegen wohl verinnerlicht haben – die neue Technik kann dabei helfen, Unfälle zu vermeiden. Neueste Radartechnologie bspw. von Continental überwacht den Verkehrsraum und befähigt das Abbiege-Assistenzsystem im Auto, bei einem Radfahrer, Rollerfahrer oder Fußgänger im toten Winkel zu warnen und im Notfall das Auto zu stoppen.

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Saubere Luft in Bussen

Bakterien- und virenfreie Luft war wohl noch nie so wichtig wie jetzt. Valeo hat eine neue, hochwirksame Technologie zur Luftsterilisation in Linien- und Reisebussen entwickelt. Auf Knopfdruck eliminiert der UV purifier mithilfe von UV-C Strahlen Viren und Bakterien, die in der Luft des Fahrgastraumes zirkulieren. Bis zu 95 Prozent der Viren und Bakterien werden dabei abgetötet – auch das Coronavirus.

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Hochleistungs-Motorteile aus dem 3D-Drucker

Kunststoffteile in überraschend präziser Qualität mit dem 3D-Drucker herstellen, ist inzwischen keine Besonderheit mehr. Aber Teile von Hochleistungsmotoren? Zusammen mit Porsche und Trumpf hat Mahle es geschafft, Hochleistungskolben aus Aluminium im 3D-Druckverfahren herzustellen. In der Testphase haben diese mit einer deutlichen Leistungs- und Effizienzsteigerung des Wagens glänzen können.

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Der Autoschlüssel fürs Smartphone

Wozu noch zusätzlichen Ballast in der Hosentasche herumtragen, wenn doch das Handy den Autoschlüssel ersetzen kann? Mehrere Hersteller haben sich zum Car Connectivity Consortium zusammengeschlossen, darunter BMW, VW, Hyundai und Honda sowie Apple, Samsung, Panasonic und LG Electronics. Sie arbeiten gemeinsam daran, Autos per Smartphones „teilbar“ zu machen. Als weltweit erste Automarke bietet BMW in Zusammenarbeit mit Apple seinen Kunden einen digitalen Autoschlüssel auf dem iPhone an: den BMW Digital Key. Dieser dient dem Entriegeln und Starten des Autos und der Besitzer kann bis zu fünf Freunde einladen, ihn mitzunutzen. Der Digital Key ist mit höchsten Sicherheits-Standards auf dem iPhone gespeichert. Neue Zugangssysteme gibt es auch bei anderen Unternehmen. Dank Osram Opto Semiconductors kann das Auto bald mit der Iris geöffnet und gestartet werden.

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Vorausschauende Sicherheit

BMW und ZF entwickeln eine ganzheitliche Interventionsstrategie, die die aktive mit der passiven Sicherheit kombiniert. So kann die Verkehrssicherheit von Pkw deutlich gesteigert werden: Aufgrund der zahlreichen Kameras und Sensoren, die in moderne Autos eingebaut sind, kann das Auto bereits vor einem eventuellen Crash entsprechende Maßnahmen einleiten und beispielsweise die Gurte vorsorglich straffen. Möglich ist sogar ein Außen-Airbag, der den Aufprall mindert!

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Doppelte KAT-Effizienz

Der neue CSTU-Minibrenner (Cold Start Thermal Unit) von Tenneco hilft dabei, den Schadstoffausstoß von Verbrennungsmotoren weiter zu minimieren. Er besteht aus einer Brennkammer, die zwischen dem Turboausgang und dem Katalysator, versetzt zum Hauptabgasstrom, montiert ist und über eine eigene dosierte Kraftstoffzufuhr, Luftzufuhr und eine gesteuerte Zündvorrichtung verfügt. Diese technische Lösung zur Abgasnachbehandlung kann die „Light-off“-Zeit bei Benzin- und Dieselmotoren halbieren, was eine höhere Katalysatoreffizienz und damit deutlich reduzierte Abgasemissionen ermöglicht.

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Strompreisbremse

Schwankende Strompreise und Kostenexplosionen zu Stoßzeiten sind Geschichte. Das E-Mobilitäts-Start-up Olmatic aus Stuttgart hat ein System entwickelt, mit dem das Aufladen von E-Autos beispielsweise in Wohnanlagen mit Mehrfamilienhäusern geschickt so gesteuert werden kann, dass das Stromnetz bei mehreren gleichzeitig angeschlossenen E-Autos nicht extrem belastet wird. Das verhindert, dass sogenannte Stromspitzen und schlimmstenfalls Versorgungsengpässe auftreten, die die Strompreise nach oben steigen lassen und sich anschließend in der Stromrechnung niederschlagen.

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Wasserstoffauto zum Kampfpreis fahren

Das Safe Light Regional Vehicle (SLRV) wurde vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt. Es zeichnet sich vor allem durch sein geringes Gewicht und die innovative Bauweise aus. Und das Beste: Der Brennstoffzellen-Batterie-Hybrid fährt emissionslos und soll gerade mal 15.000 Euro kosten.

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Die IAA MOBILITY wandelt sich von einer reinen Autoshow zur internationalen Mobilitätsplattform mit vier Säulen: Dem Summit, der Conference, der „Blue Lane“ und dem innerstädtischen Open Space. Unter dem Motto „What will move us next“ steht sie für die digitale und klimaneutrale Mobilität der Zukunft. Vom 7. bis 12. September 2021 kommen die Auto-, Fahrrad- und Tech-Industrie auf der IAA MOBILITY in München zusammen.