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Keine halben Sachen: Diese Vorteile gibt es bei Plug-in-Hybriden

20.08.2021

Halb Elektro, halb Verbrenner – Plug-in-Hybride kombinieren die Vorteile von zwei verschiedenen Antriebstechnologien. Wie das geht und welche Hersteller Plug-ins im Angebot haben, lesen Sie hier.

Der Elektromarkt boomt – nicht nur für reine E-Autos, sondern auch für Plug-in-Hybride. Im Jahr 2020 stieg ihr Absatz in Deutschland um ganze 342 Prozent auf 200.469 verkaufte Einheiten an. Damit stellten sie 2020 die Antriebsart mit den stärksten Verkaufszuwächsen in Deutschland dar. Aber auch in anderen Ländern haben die „Plug-in Hybrid Electric Vehicles“ (PHEVs) starken Zulauf bekommen. So wurden in Europa 2020 insgesamt 619.129 Plug-ins verkauft – ein Zuwachs von 210 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein Anteil an den Gesamtverkäufen von rund 5,2 Prozent. Im ersten Quartal 2021 konnte diese Zahl sogar noch einmal überboten werden: Mit 212.859 abgesetzten Einheiten haben die PHEVs eine Quote von rund 8,6 Prozent an den Gesamt-Neuzulassungen erreicht. Ein starkes Wachstum bei der Antriebsgattung, die bei der Dekarbonisierung des Mobilitätssektors eine wichtige Rolle einnehmen soll. Aber wie genau funktionieren PHEVs überhaupt?

Wie funktioniert der Plug-in-Hybrid?

Hybride sind Fahrzeuge, die sowohl über einen Verbrennungsmotor als auch einen Elektromotor verfügen. Wie genau die beiden Antriebstechnologien miteinander zusammenarbeiten, kann sich allerdings sehr stark unterscheiden. Bei sogenannten Mildhybriden erfüllen die Elektromotoren zum Beispiel nur den Zweck, den Verbrennungsmotor bei der Beschleunigung zu unterstützen. Vollhybride dagegen können einige Kilometer weit rein elektrisch fahren; die eingebaute Batterie wird durch Rekuperation, also Energierückgewinnung beim Bremsen, gewonnen. Plug-in-Hybride gehen noch einen Schritt weiter: Sie verfügen über eine große Batterie mit einer rein elektrischen Reichweite von bis zu 60 Kilometern, die sich extern über einen Stromanschluss aufladen lässt. Auf diese Weise sollen PHEVs die Vorteile von zwei Antriebsarten miteinander verbinden: die Energieeffizienz von E-Autos auf der Kurzstrecke und die Langstreckentauglichkeit von Verbrennern bei langen Fahrten.

Das Beste aus zwei Welten: Mit dem BMW 3er Plug-In-Hybrid erleben Sie nachhaltige Mobilität und effiziente Fahrdynamik. © BMW

Welche Vor- und Nachteile hat die Technologie?

Ein Auto, zwei Motoren: Mit Plug-in-Hybriden können Fahrer jederzeit die passende Antriebsart auswählen – ob auf dem Weg zur Arbeit, beim Einkaufen in der Stadt oder auf dem Weg in den Urlaub. Das ermöglicht ihnen einen möglichst energiesparenden und vielfältigen Betrieb. Fahren sie rein elektrisch, stoßen sie lokal keine Emissionen aus. Darüber hinaus können mit dem E-Motor und der richtigen Fahrweise zwischen 30 und 80 Prozent des Kraftstoffverbrauchs eingespart werden. Auch sind sie dank Rekuperation dazu in der Lage, Bremsenergie in elektrische Energie umzuwandeln und in ihrer Batterie zu speichern. All diese Vorteile gelten allerdings nur, wenn PHEV-Fahrer auch regelmäßig Gebrauch vom Elektro-Antrieb oder Hybridmodus machen und die Batterie per Kabel laden. Wird ein Plug-in dagegen ausschließlich im Verbrenner-Modus gefahren, so führt das Hybrid-Konzept eher zu Nachteilen: die doppelte Motorisierung erhöht das Gewicht und damit den Verbrauch.

Was kostet ein Plug-in Hybrid?

Die Anschaffungskosten von Plug-in-Hybriden liegen für gewöhnlich etwas über denen ihrer Geschwister aus dem Verbrenner-Segment. Das liegt daran, dass sie zusätzlich zum Verbrennungsmotor einen E-Motor und eine große Batterie verbaut haben, was sich entsprechend auf den Preis niederschlägt. Dennoch haben Plug-in-Hybride ein großes Sparpotential. Denn wer regelmäßig seine Batterie mit Strom nachlädt und viel elektrisch fährt, spart an der Zapfsäule. Dort zahlt man auf den Kilometer gerechnet meistens mehr als an der Ladestation, wobei die Differenz hier immer von den aktuellen Sprit- und Strompreisen sowie den jeweiligen Verbräuchen der Fahrzeuge abhängt. Ein weiterer Kostenvorteil: Da E-Motoren aus deutlich weniger Bauteilen als Benzin- oder Dieselmotoren bestehen, ist auch ihr Verschleiß geringer. Das schlägt sich langfristig positiv auf die Wartungskosten nieder. 

Rechnet man alle Vor- und Nachteile bei den Kosten zusammen, schneiden manche PHEV-Modelle preislich sogar besser ab als ihre Verbrennergeschwister. So liegt zum Beispiel die Mercedes B-Klasse laut ADAC-Test als Plug-in bei einem Gesamtkostenschnitt von 59 Cent pro Kilometer. In der Diesel- und Benzin-Variante werden dagegen rund 70 Cent fällig. Ist der Plug-in ein Dienstwagen, kommen sogar noch weitere Kostenvorteile bei der Steuer hinzu.

Zwischenstopp am Laderüssel: Die Mercedes A-Klasse als Kompaktlimousine. © Mercedes

Wie sehen die EU-weiten Unterschiede bei den Förderungen aus?

In Deutschland liegt ein weiterer großer Kostenvorteil von PHEVs aktuell in ihrem Umweltbonus, den die Bundesregierung vor kurzem noch einmal erhöht und bis 2025 verlängert hat. So werden Plug-ins, die maximal 40.000 Euro kosten, derzeit mit einem Zuschuss von 6.750 Euro gefördert, wobei 4.500 Euro vom Staat und 2.250 Euro vom Hersteller kommen. Für PHEVs deren Anschaffungspreis zwischen 40.000 Euro und 65.000 Euro liegt, beträgt die Fördersumme 5.625 Euro (3.750 staatlich, 1.875 Hersteller). Förderprogramme für Plug-in-Hybride gibt es nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen europäischen Ländern. Hinter Deutschland mit einer Fördersumme von bis zu 6.750 Euro folgen Italien mit 6.000 Euro und Irland mit 5.000 Euro in einer ähnlichen Höhe. In anderen EU-Länder liegen die Summen dagegen deutlich niedriger; in Schweden werden lediglich 965 Euro als Zuschuss gezahlt. Manche EU-Länder fördern den Kauf jedoch auch gar nicht, wie Dänemark und Belgien. Insgesamt werden Plug-in-Hybride derzeit in 12 von 28 EU-Staaten gefördert.

"Zero-Emission" in der City, Effizienz auf der Langstrecke: Der Volkswagen Passat GTE Variant. © Volkswagen

Welche Hersteller haben Plug-in-Hybride im Angebot?

Plug-in-Hybride gibt es mittlerweile von so gut wie allen Herstellern. In Europa besonders beliebt waren 2020 unter anderem Mercedes A-Klasse, Volkswagen Passat, BMW 3er, Mitsubishi Outlander und Volvo XC40. Neben einer großen Auswahl an verschiedenen Herstellern gibt es bei PHEVs allerdings auch eine große Vielfalt an Modellen: Ob SUV, Kompaktklasse oder Limousine – bis auf Kleinstwagen ist mittlerweile alles zu haben. Im Unterschied zu reinen E-Autos ist damit auch das Angebot an Kombis deutlich größer.

(Teaserfoto: © Mercedes; Aufmacherfoto: © Volvo)

Die IAA MOBILITY wandelt sich von einer reinen Autoshow zur internationalen Mobilitätsplattform mit vier Säulen: Dem Summit, der Conference, der „Blue Lane“ und dem innerstädtischen Open Space. Unter dem Motto „What will move us next“ steht sie für die digitale und klimaneutrale Mobilität der Zukunft. Vom 7. bis 12. September 2021 kommen die Auto-, Fahrrad- und Tech-Industrie auf der IAA MOBILITY in München zusammen.