Welches Rad passt zu mir?

Fahrrad ist nicht gleich Fahrrad: Allein unter den Mountainbikes gibt es zahlreiche Kategorien. Denn heute wird nicht einfach ein Fahrrad gekauft – im Handel werden Spezialisten für unterschiedlichste Terrains angeboten. Käufer:innen können da schnell den Überblick verlieren. Wir helfen Ihnen auf die Sprünge.

Mountainbikes: Für jeden Berg ein anderes

Mountainbikes sind für das Gelände. So weit, so verständlich. Aber mit einem Downhill Bike fährt niemand lange Touren, sondern nur bergab. Für längere Ausfahrten ist ein Cross Country oder All Mountain besser. Die wiegen wenig, meist um 10 kg, und sind vorne und ggf. hinten nur leicht gefedert. Das heißt steile, alpine Abfahrten sind technisch schwierig. Eine Mountainbike-Art, die alles verbindet, ist das Enduro Bike. Die vollgefederten Fahrräder sind in der Abfahrt sicher und lassen sich auch bergauf bewegen, wenn auch nur mit mehr Muskelkraft. Trailbikes sollen beim Bergauf strampeln Abhilfe schaffen und sind nicht ganz so schwer wie Enduro Bikes.

Die Übergänge in den Kategorien sind fließend und Fahrrad-Marken wollen Akzente setzen, in dem sie die Kategorien durchbrechen. Da wird dann das Trailbike mit Enduro-Gen beworben oder von einem „Travel Trailbike, das kein All Mountain sein möchte“. All das macht es für Käufer:innen nicht einfacher. Daher die Faustregel für den Start der Recherche: Je leichter das Fahrrad, desto spaßiger sind lange Touren und Fahrten bergauf. Gute Einsteiger-Modelle gibt es bereits für unter 2.000 Euro, zum Beispiel vom nordrhein-westfälischen Traditionshersteller Rose oder vom Innovationstreiber Specialized aus den USA.

Je leichter das Mountainbike ist, desto mehr Spaß machen Touren bergauf © Mauricio Gutierrez / Unsplash

Ein Rennrad ist nicht gleich ein Rennrad

Rennräder sind ähnlich spezialisiert wie Mountainbikes. Hier werden Fahrmaschinen angeboten wie zum Beispiel Triathlon-Räder und Aero-Bikes. Das sind die Renn-Räder unter den Rennrädern. Sie mögen nur beste Bedingungen, glatten Asphalt, wenig Wind, keinen Regen. Sie werden von Menschen gefahren, die sich gern messen und quälen. Normalsterbliche greifen lieber zu Rädern der Kategorien Endurance, Allroad, Gravel, Cyclocross, wobei auch hier die Übergänge fließend sind und die einzelnen Kategorien von Herstellern gerne individuell definiert werden. Ein Endurance-Rad hat eine Geometrie, bei dem das Sitzen im Sattel noch nach langen Fahrten Spaß macht. Allroad, Gravel und Cyclocross fühlen sich auch auf Schotterpisten wohl. Mit dem Cyclocross können Rennfahrer:innen Rennen fahren. Allroad und Gravel sind eher für gemütliche Ausfahrten oder Bikepacking-Urlaube, bei denen das Gepäck für die mehrtägige Tour am Fahrrad befestigt wird. Gut sortierte Händler wie der deutsche Versandhändler und IAA MOBILITY-Aussteller fahrrad.de bieten hier die gesamte Bandbreite.

E-Bikes für Puristen

In all diesen Kategorien gibt es Fahrräder mit E-Motor. Das heißt, der Hersteller hat sein Enduro-Mountainbike als Standardausgabe und als E-Bike im Angebot. Seit Neustem gibt es auch immer mehr Rennräder und Gravelbikes mit E-Motor. Für Puristen ist das ein Paradox. Warum ein auf Leichtigkeit getrimmtes Rennrad mit schwerem Elektroantrieb ausstatten? Denn: E-Bikes sind zurzeit noch sehr schwer. Das Scott Genius eRIDE 920 in der „Standardversion“ für 5.199 Euro wiegt 23 kg. Das muss man tragen wollen, wenn Bäume den Weg versperren oder der Aufzug zur Bahn defekt ist.

Ein junges Unternehmen aus München mit dem Namen „Fazua“ stellt den Status Quo in Frage und bietet den leichtesten Motor aller Zeiten an. Das Revolutionäre: Die Fazua-Bikes lassen sich auch gut ohne Motor und Akku fahren. Eine Kampfansage an etablierte Player wie Bosch, Brose und Shimano, die den Löwenanteil an E-Bikes mit Technik ausrüsten. Das Bergamont E-Grandurance Elite ist zum Beispiel für Abenteurer, die weit fahren und nicht schwer tragen wollen.

Trekking-Bikes: E-Bikes für das urbane Umfeld

Eine Kategorie, die den Übergang zwischen Mountainbike und Rennrad schaffen will und die bei den Deutschen am beliebtesten ist, ist das Trekking-Bike. Waldwege meistert das Rad problemlos und auch in der Stadt macht es eine gute Figur. Für gemütliche Ausfahrten empfiehlt sich ein E-Trekking-Bike, zum Beispiel das hochwertige Kagu Bosch CX 275 von Simplon. Wenn es höher und weiter gehen soll: Das Superdelite GT vom Darmstädter Premiumhersteller Riese & Müller ist hier der Platzhirsch. Gewichte (und höhere Preise) darf man aber nicht fürchten, denn das Trekking-Geschoss wiegt 31 kg und fängt bei 7.149 Euro an.

Wenn man aber nach einem Fahrrad sucht, das als eine Alternative zum Auto konzipiert ist, dann sind die Darmstädter die richtige Anlaufstelle. Die schicken und schnellen Lastenräder von Riese und Müller lassen sich mit Nachwuchs und Einkäufen beladen und fahren sich immer noch sicher. Im Stadtverkehr lässt sich ein Cargo-Bike, wie das Load 60, mit einem Gewicht von 35 kg mit Spaß steuern.

Ideal für Radrennen: Cyclocross-Bikes © Tom Photo Cycling / Unsplash

Niemand besitzt zu viele Fahrräder

Für jedes Anwendungsfeld findet sich ein spezielles Fahrrad. Wie also entscheiden? Analysieren Sie ihr Fahrprofil und den gewünschten Einsatzzweck gründlich, seien sie ehrlich zu sich und lassen Sie sich vom Profi beraten.

Die einfachste Lösung, wenn auch nicht wirklich platzsparend und gelbeutelschonend: Am besten man kauft aus jeder Kategorie ein Fahrrad, dann ist man auf der sicheren Seite. Für Radbegeisterte gilt sowieso seit jeher: Die perfekte Anzahl an Fahrrädern ergibt sich aus der Formal n +1, wobei „n“ die Anzahl der aktuell vorhandenen Fahrräder ist.

(Aufmacherfoto: © Fazua)

Die IAA MOBILITY wandelt sich von einer reinen Autoshow zur internationalen Mobilitätsplattform mit vier Säulen: Dem Summit, der Conference, der „Blue Lane“ und dem innerstädtischen Open Space. Unter dem Motto „What will move us next“ steht sie für die digitale und klimaneutrale Mobilität der Zukunft. Vom 7. bis 12. September 2021 kommen die Auto-, Fahrrad- und Tech-Industrie auf der IAA MOBILITY in München zusammen.