Rauf aufs E-Bike und ab zur Arbeit!

18.03.2021

Aufs Rad steigen und lässig am Stau vorbeiradeln, morgens vor der Arbeit schon etwas für die Fitness tun und Energie tanken – vor allem, wenn ein Teil des Arbeitswegs über Felder oder durch ein Waldstück führt: Immer mehr Pendler steigen zumindest teilweise vom Auto aufs Fahrrad um. Wer ein E-Bike nutzt, kommt sogar bei längeren Strecken im Büro an, ohne völlig verschwitzt zu sein.

Es gibt sie: Die Extrem-Pedelec-Pendler, die bei jedem Wetter einen täglichen Arbeitsweg von 40 Kilometern pro einfache Strecke zurücklegen. Aber auch wer näher an Büro oder Werk wohnt und bei schlechtem Wetter doch lieber auf den öffentlichen Nahverkehr oder das Auto umsteigt – der Benefit für die eigene Fitness, die Umwelt sowie den Geldbeutel ist hoch. Und nebenbei bringt es noch jede Menge Spaß. Dazu kommt in Corona-Zeiten noch die Angst vor Ansteckung in öffentlichen Verkehrsmitteln. Viele Gründe dafür, warum immer mehr Menschen in Deutschland auf das Fahrrad generell und vor allem auf E-Bikes umsteigen: In den letzten fünf Jahren hat sich laut statistischem Bundesamt die Anzahl von Elektrorädern in deutschen Haushalten verfünffacht – von 1,5 Millionen Haushalte Anfang 2015 auf 4,3 Millionen zum Jahresbeginn 2020.

E-Bike-Fahren – so gesund wie normales Radeln

Elektrisch Rad fahren ist ähnlich effektiv wie das konventionelle Strampeln – das zeigte eine Studie des Departements Sport, Bewegung und Gesundheit der Universität Basel. Schon nach vier Wochen zeigen sich demnach die positiven Effekte für die Gesundheit: höhere Ausdauer, ausgeglichenere Psyche, bessere Werte bei Blutdruck und Fettstoffwechsel. Die Studienergebnisse wurden innerhalb der Aktion „Bike to work“ erworben – eine Initiative, die Arbeitnehmer seit Jahren motiviert, für ihren Weg zur Arbeit auf das Fahrrad umzusteigen.

Der Umstieg beispielsweise vom Dienstwagen aufs E-Bike lohnt auch finanziell, wenngleich E-Bikes in der Anschaffung erst einmal nicht günstig sind: Genau wie mit einem konventionellen Fahrrad kann auch mit dem Elektrofahrrad für den Arbeitsweg die allgemeine Kilometerpauschale von bis zu 30 Cent pro Kilometer abgesetzt werden.

Fahrgemeinschaft mal anders. © Bosch

Unterschiedliche Bikes, unterschiedliche Steuervorteile

Wie hoch genau die Steuerersparnis oder -last für ein E-Bike ist, hängt von mehreren Faktoren ab: dem Typ E-Rad, dem Nutzungsverhalten und ob der Arbeitgeber es dem Angestellten überlässt. Als Dienstrad dürfen alle Fahrräder genutzt werden, E-Bikes ebenso wie Rennräder oder Mountainbikes.

Finanztip.de weist darauf hin, dass es sich bei den sogenannten S-Pedelecs um Kraftfahrzeuge handelt: Sie unterstützen Radfahrer:innen mit bis zu 45 km/h – im Gegensatz zu einem Pedelec, das bis 25 km/h unterstützt und sich abschaltet, wenn die Radler:innen aufhören selbst zu treten. Ist das Dienstkraftrad ein S-Pedelec, fällt für die Fahrt vom Wohnort zur ersten Tätigkeitsstätte ein geldwerter Vorteil von 0,03 Prozent des Kaufpreises je Kilometer an – es sei denn der Arbeitgeber versteuert die Pendelkosten pauschal. Dann dürfen Arbeitnehmer:innen keine Entfernungspauschale in der Steuererklärung geltend machen, so Finanztip.de.

Spendieren Chef oder Chefin das S-Pedelec, kann laut Finanztip.de auch für das Bike die Steuervergünstigung für Dienstwagen genutzt werden – derzeit wird für die Berechnung des geldwerten Vorteils nur ein Viertel des Bruttolistenpreises herangezogen. Der Zuschlag für die Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsort wird ebenfalls geviertelt. So verringert sich auch der Betrag für Lohnsteuer und Sozialversicherung.

Wird das Rad beim Arbeitgeber aufgeladen, ist dies bis 2030 steuer- und abgabenfrei – das gilt für alle Arten von E-Bikes. Ebenso beitrags- und steuerfrei ist der geldwerte Vorteil, wenn der Arbeitgeber den Mitarbeitenden ein E-Bike als Dienstfahrrad zusätzlich zum Gehalt und ohne Eigenanteil überlässt sowie vereinbart wird, dass das Rad auch privat genutzt werden darf. Allerdings, so informiert lohnsteuerhilfeverein.net, gilt der Steuervorteil nur dann, wenn es sich um ein E-Bike als Dienstrad handelt, das verkehrsrechtlich nicht zu den Kraftfahrzeugen gehört – somit fällt das S-Pedelec nicht unter diese Regelung.

Das klingt alles kompliziert – doch es lohnt sich auf jeden Fall, mit dem Arbeitgeber zu sprechen und beim Steuerberater oder Finanzamt detaillierte Informationen einzuholen.

© Bosch

Schlau gependelt

Wer mit dem E-Bike zur Arbeit fährt, muss nicht nur steuerlich einiges beachten. Auch wenn man entspannt an den Autos im Rushhour-Stau vorbeizieht – die Fahrt mit dem Rad zur Arbeit dauert insbesondere im Stadtverkehr doch meist länger, als man zunächst glaubt. Für eine Strecke von 15 km sind etwa 35 bis 40 Minuten einzuplanen. Eines spart man sich jedoch: Die Zeit für die Parkplatzsuche, die bei der Anreise mit dem Auto oft anfällt. Allerdings sollte vorher geklärt werden, dass am Arbeitsplatz für einen sicheren Abstellort für das teure E-Bike gesorgt ist.

Und auch wenn das Elektrorad beim Radeln unterstützt und der Schweiß nicht so tropft wie beim Strampeln auf einem Fahrrad ohne E-Motor: Warm wird es Radler:innen natürlich dennoch. Wer also völlig unverschwitzt und adrett aussehend den Dienst antreten will, sollte Zeit einplanen, um sich frisch zu machen und die Frisur zu richten.

Ein ganz wichtiges Thema für alle, die nicht nur Schönwettergenießer und Tageslichtradler sein wollen: die richtige Ausrüstung. Wichtig beim S-Pedelec ist zudem, dass ein Helm getragen sowie ein Führerschein und ein Versicherungskennzeichen erworben und es versichert werden muss.

Gutes für die Umwelt tun

Bei allen Vorteilen für Gesundheit und Geldbeutel – das Pendeln zur Arbeit mit dem E-Bike kann noch aus einem ganz anderen Grund zufrieden und glücklich machen. Es ist ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz. Denn trotz der eingebauten Batterie verkleinert das Fahren mit dem Elektrorad auf jeden Fall den ökologischen Fußabdruck um ein großes Stück. Es benötigt weniger Energie als ein Auto oder der öffentliche Nahverkehr, die Herstellung erfolgt ressourcenschonender und die CO2-Emissionen sind ebenfalls um ein Vielfaches geringer. Wer radelt, ist näher an der Natur und spürt Wetter wie Jahreszeiten intensiver als im Auto. Auch deshalb wurde so mancher Schönwetterradler zum Extrem-Pedelec-Pendler.

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