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Klangrevolution im Auto: Subwoofer war gestern

Gerade wer viel mit dem Fahrzeug unterwegs ist, bei dem darf guter Sound im Innenraum nicht fehlen. Das Auto von morgen kommt ohne herkömmliche Lautsprecher aus und überzeugt mit noch nie dagewesenem Klang. Zugleich erhöht es die Sicherheit.

Die Elbphilharmonie auf Rädern

Wer kennt ihn nicht, den KENWOOD-Aufkleber auf der Heckscheibe so mancher Verkehrsteilnehmer. Es ist ein Statement und galt insbesondere in der Tuner-Szene lange Zeit als Inbegriff für Subwoofer-Potenz. Viele Autos fahren heute noch mit kiloschweren Soundanlagen durch die Gegend. Die Systeme wiegen durch die Vielzahl der Komponenten bis zu 40 Kilogramm, haben dadurch aber einen hohen Energieverbrauch und benötigen viel Bauraum. Anlass für Continental und dem Audiospezialisten Sennheiser die Klangtechnik für Fahrzeuge von Grund auf neu zu erfinden. Der Clou: Das Interieur lässt sich als Klangkörper verstehen – vergleichbar mit einer Geige, die ihren Holzkörper als Resonanzraum nutzt. Sprich Karosserieteile, Türverkleidungen oder Heckablage dienen als Klangkörper. Die Ingenieure haben sich daher die Frage gestellt, ob es überhaupt noch den klassischen Lautsprecher braucht, wenn das Auto von sich aus Klang erzeugen kann.

Und so ist das "Ac2ated Sound System" entstanden, bei dem konventionelle Lautsprecher durch Aktuatoren ersetzt wurden, die Schall erzeugen, indem sie bestimmte Oberflächen in Schwingung versetzen. Gegenüber heutigen Systemen auf dem Markt ermöglicht das eine Gewichts- und Bauraumreduzierung von bis zu 90 Prozent. Vorteil: Das System lässt sich in alle Fahrzeugmodelle integrieren. Insbesondere E-Autos profitieren von der neuen Technologie, da es hier besonders auf Gewichts- und Platzersparnis ankommt. Doch damit nicht genug: Ein integrierter Algorithmus wandelt Stereoquellen automatisch in 3D-Sound um. Die Software analysiert dazu den Inhalt und mischt den Sound ab. Das sorgt bei Fahrer und Passagieren für ein vollkommen neues 360-Grad-Klangererlebnis, das einem das Gefühl vermittelt, man sitze inmitten eines Konzerthauses.

Die Entwicklung von Continental und Sennheiser holt das Konzert ins Fahrzeug - Copyright: Sennheiser electronic GmbH & Co. KG / www.sennheiser-brandzone.com
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Der Klang von Sicherheit

Die neuesten Entwicklungen beziehen auch den Faktor Sicherheit ein. Eine Vielzahl von Tönen wie Blinkergeräusche, der Einparkhilfe, Navigationsansagen, Warntöne oder Telefonate fordern vom Fahrer eine erhöhte Aufmerksamkeit. Informationen müssen daher so eingespielt werden, dass dieser nicht abgelenkt ist und in bestimmten Verkehrssituationen automatisch andere Geräusche in den Hintergrund treten. Die künftige Generation Audio-Managementsysteme integriert und bündelt daher alle Akustiquellen in einem. Es priorisiert Töne und setzt sie je nach Situation ein. Nähert sich beispielsweise ein anderer Verkehrsteilnehmer gefährlich von rechts, ertönt von dieser Seite ein akustisches Signal, während alle anderen Geräuschquellen verstummen. Außerdem können Warntöne unterschiedlich gestaltet werden, zum Beispiel intensiver ertönen, wenn sich ein Fahrradfahrer beim Rechtsabbiegen im Totenwinkel des Wagen befindet. Und mit der Vertonung von Verkehrsdaten oder Informationen aus Assistenzsystemen muss der Fahrer künftig Distanzen nicht mal mehr selbst einschätzen oder Displays ablesen.

Die gute alte Kompaktkassette gibt es immer seltener im Auto, nach dem Siegeszug der CD ist heute Spotify angesagt - Copyright: Unsplash
Die gute alte Kompaktkassette gibt es immer seltener im Auto, nach dem Siegeszug der CD ist heute Spotify angesagt - Copyright: Unsplash

"Alexa, bitte spiele meinen Lieblingssong von Lady Gaga"

Bald lässt sich das Audiosystem Ac2uated Sound per Sprachassistent Alexa einschalten und der Lieblingstitel auswählen. Früher musste der sechsfache CD-Wechsler im Kofferraum reichen oder die Radiokanäle durchgesucht werden, heute können Fahrer problemlos auf Audio-Streamingdiensten wie Spotify, Apple oder Amazon Music mit einem schier unbegrenzten Angebot zugreifen. Spotify ist seit Jahren der größte und bekannteste Dienst. Das 2006 in Schweden gegründete Unternehmen zählt inzwischen über 130 Millionen zahlenden Hörer und bietet rund 50 Millionen Songs. Wen diese Auswahl erschlägt, kann sich künftig alternativ auf Empfehlungen von KI verlassen, die den individuellen Musikgeschmack der Insassen lernt. Die intelligente Technologie registriert, ob ein Musikstück auch bis zum Ende gehört wird, sortiert die Auswahl nach Bass, Stimmungslage und weiß sogar, ob der Fahrer auf dem Weg zur Arbeit ist, in den Urlaub oder zum Einkaufen fährt. Zudem lassen sich auch persönliche Töne über das Audio-Managemensystem festlegen, die nicht sicherheitskritisch sind: Beispielsweise lautes Vogelzwitschern beim Schließen der Türen oder Elemente aus Kinosoundtracks, wenn der Chef anruft. Den Klangwelten im Fahrzeug sind keine Grenzen mehr gesetzt.

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