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Die Deutschen lieben ihr Auto - und das Fahrrad

03.11.2020

Die Nachfrage nach Fahrrädern boomt in Corona-Zeiten. Zugleich werden die Technologien immer ausgefeilter. Spannende Innovationen für Mobilität in allen Dimensionen sind auf der IAA 2021 erlebbar. Fahrradfans können die neusten Bikes auf den Parcoursstrecken des Open Space testen oder beispielsweise auf dem Summit die Neuheiten der Mikromobilitätsanbieter entdecken.

Branche im Aufwind

Die Deutschen lieben ihr Auto. Das belegen immer wieder Statistiken. Danach kommt gleich das Fahrrad. 100.000 Kilometer Fahrradwege können hierzulande befahren werden. Hierzulande ist die Zahl der Zweiräder stetig angewachsen, 2019 knackte der Neubestand wiederholt die 4-Millionen-Grenze. Nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verband e.V. (ZIV) stieg der Umsatz auf 4,23 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von rund 34 Prozent. Zusammen mit dem Geschäft für Komponenten und Zubehör ergibt sich daraus ein Gesamtumsatz für die Bike-Industrie von sieben Milliarden Euro. Der bundesweite Fahrradbestand ist nach Einschätzung des ZIV auf fast 76 Millionen Stück angewachsen. Insbesondere E-Bikes boomen und sind mittlerweile weltweit ein alltägliches Bild im Straßenverkehr – egal ob in San Francisco, Peking oder Tel Aviv. Geräuscharm und emissionsfrei sorgen die elektrischen Fahrräder für anhaltenden Rückenwind. Zugleich werden die Räder technisch immer ausgefeilter mit Sprachsteuerung oder Navigationsdisplay. Moderne Akkutechnologie für das E-Bike auf Lithium-Basis ermöglichen heute Reichweiten bis zu 100 Kilometern. Automobilhersteller wie BMW und Skoda und Zulieferer wie Schaeffler, Bosch und Brose produzieren hochwertige Komponenten wie Antriebe oder ganze Fahrräder. Die neusten Innovationen aus der Fahrradbranche werden auf der IAA 2021 sichtbar sein.

„Fahrradmobilität ist systemrelevant. Das haben die letzten Monate gezeigt. Darüber hinaus wissen wir, dass Fahrrad und E-Bike in diesem Jahr zusätzlich neue Zielgruppen angesprochen haben.“

David Eisenberger, Zweirad-Industrie-Verband (ZIV)

Krisengewinner Fahrrad

Während viele Branchen unter den weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung durch Conrona zu leiden hatten, entwickelten sich Fahrrad und E-Bike zum Verkehrsmittel der Stunde. Seit Öffnung der Fahrradfachgeschäfte gibt es einen regelrechten Run auf Zweiräder. Die Branche rechnet damit, dass zwischen Januar und Juni diesen Jahres 3,2 Millionen Fahrräder und E-Bikes verkauft wurden. Das ist ein Plus von rund neun Prozent zum Vorjahreszeitraum. Die Gründe für diese Entwicklung sind laut Experten vielfältig: Vielerorts wird der ÖPNV gemieden, der individuelle Drang nach Bewegung mit ausreichend Abstand und geänderte Urlaubspläne zugunsten vermehrter Radreisen im eigenen Land. Eine Studie von Shimano mit 13.000 Befragten aus elf Ländern hat ergeben, dass die Hauptgründe für den Umstieg auf ein E-Bike das Bewältigen von längeren Distanzen und die Verbesserung der körperlichen Fitness sind. Ein Viertel der Europäer besitzt zudem bereits ein E-Bike oder wird mit hoher Wahrscheinlichkeit noch in diesem Jahr eins kaufen. Alle Unentschlossenen können die neusten Modelle auf der IAA 2021 testen.

Kernergebnisse der Shimano-Studie

Vernetzte E-Bikes

Durch die Vernetzung werden die Möglichkeiten mit dem E-Bike immer ausgefeilter. Als Teil des Internet of Things nutzt es die Vorzüge von Software und Internetverbindung. Eine intelligente Routenplanung hilft dabei, schnell und stressfrei am Ziel anzukommen. Lösungen verbinden E-Bikes mit dem Smartphone und unterstützen den Fahrer während der Tour. Mit 2D- oder 3D-Kartenansicht können Displays und Apps den Fahrer zuverlässig ans Ziel, auf Wunsch auch per Sprachausgabe. Digitale Lösungen ergänzen zudem das mechanische Fahrradschloss. Mit dem "Lock" von Bosch wird durch Abziehen des Bord­computers die Motorunterstützung deaktiviert. Das macht das Pedelec für Diebe unattraktiver: Der Fahrspaß ist stark eingeschränkt und die Chance auf Weiterverkauf werden deutlich erschwert.

„Die digitale Vernetzung ermöglicht eine Neudefinition von Mobilität, die Menschen nicht nur schneller ans Ziel bringt, sondern auch ökologischer, stressfreier und sicherer. Und das eBike wird hier eine ganz zentrale Rolle spielen.“

Claus Fleischer, Geschäftsleiter Bosch eBike Systems

Wie bei Autos können E-Bike-Fahrer sich neue Funktionen aus dem Internet aufspielen. So optimieren beispielsweise Kunden von Shimano die Motorperformance für ihren Antrieb per WLAN-Update ohne dabei in die Werkstatt fahren zu müssen. Smarte Bordcomputer dienen auch zur Trainingsoptimierung. Sie ermitteln während der Fahrt die Pedalkraft sowie die Trittfrequenz und errechnen daraus Leistung und Energieverbrauch. Ergebnisse und Fortschritten lassen sich nach der Fahrt analysieren. Dafür bieten Hersteller Online-Portal oder Apps an. Und mit der Vernetzung steigt auch der Austausch in der Communtiy. Auf der Plattform Komoot tauschen sich Fahrradbegeisterte untereinander zu Tourenempfehlungen und Routentipps aus. Informationen können von unterwegs mit anderen geteilt werden.

Wie sieht urbane Mobilität der Zukunft aus? Wie können sich die verschiedenen Verkehrsträger bestmöglich ergänzen? Auf der IAA 2021 steht innovative Mobilität in allen Facetten im Mittelpunkt. Intelligente Verkehrslösungen, visionäre Denkweisen, Automobil und gesamte Mobilitätskette. Alles was Mobilität von morgen formt und erlebbar macht. Seien Sie dabei!