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IAA MOBILITY Weekly: Hyundais und Apples großer Plan?

15.01.2021

Hyundai und Apple planen angeblich ein gemeinsames Elektroauto, das bereits 2024 vom Band rollen könnte. Amazon pusht derweil sein Robo-Taxis-Projekt. In Barcelona wartet eine Business-Drohne auf die Starterlaubnis im Alltag. Und Technik made in Germany erobert vielleicht bald den Mond. Das 9. IAA MOBILITY Weekly.

The Lead: Das Apple-Car

In dicken Anoraks und Schlafsäcken trotzen sie der Kälte. Wenn ein neues iPhone oder iPad auf dem Markt kommt, campieren Apple-Fans sogar im Schneetreiben vor den innerstädtischen Stores. Von einem Hype zu sprechen, wäre eine Untertreibung. Bald könnte sich diese Begeisterung auf ein weiteres Ziel konzentrieren: ein Elektroauto made by Apple und Hyundai.

Verschiedenen Medienberichten zufolge planen der Technologie-Riese aus dem Silicon Valley und der südkoreanische Autobauer die gemeinsame Entwicklung eines Apple-Cars. Bereits seit einigen Tagen wabern diese Gerüchte durch die Fachjournale. Die Aktie von Hyundai stieg auf den Börsenmärkten zwischenzeitlich um mehr als 20 Prozent auf ihr Sieben-Jahreshoch. Es nahen spannende Tage und Wochen für den mehrmaligen IAA-Aussteller.

Bisher dementierte Hyundai die Spekulationen, während Apple gänzlich schwieg. Doch mittlerweile verdichten sich die Gerüchte. Schon für den März sollen Hyundai und Apple die offizielle Verkündung der Kooperation planen, berichten südkoreanische Medien.

Auch weitere spannende Details sickerten durch: So könnten die Kooperationspartner bereits im Jahr 2022 den ersten Prototypen des Apple-Cars vorstellen, 2024 die Serienproduktion beginnen. Als Standort soll die aktuelle Kia-Motors-Fabrik (Hyundai-Tochter) in West Point, Georgia, vorgesehen sein. Die Produktionskapazitäten könnten perspektivisch bei etwa 400.000 Fahrzeugen pro Jahr liegen, berichtet der Nachrichtendienst Reuters.

Infrastruktur Update: Roboter-Taxis

Apple ist nicht der einzige US-amerikanische Global Player, der auf den Mobilitätsmarkt drängt. Auch der Handelsriese Amazon plant ein großes Mobilitätsprojekt. Das Unternehmen will bereits seit längerem Roboter-Taxis wettbewerbsfähig machen. Und das, obwohl Branchenriese Uber erst kürzlich seine Ambitionen in diesem Business aufgab.

Amazon lässt sich davon aber nicht beirren. Bereits im Juni erwarb der Konzern das kalifornische Start-up Zoox. Im Dezember präsentierte das Unternehmen sein kastenförmiges Roboter-Taxi in den Spotlights. Das Shuttle ist 3,63 Meter lang und besitzt weder Fahrersitz noch Lenkrad im Innenraum, dafür sind – typisch amerikanisch – ausreichend Becherhalter montiert. Das Zoox überzeugte bei seiner Präsentation mit seiner Flexibilität. Da beide Achsen lenkbar und motorisiert sind, die LED-Beleuchtungssysteme auf den „Frontseiten” zudem verschiedenfarbig leuchten können, muss das Roboter-Taxi nie wenden. Wo vorne und wo hinten ist, entscheidet sich beim Fahrzeug erst unmittelbar vor der nächsten Tour.

Durch seine 133-kWh-Batteriepacks könnte das Zoox-Gefährt etwa 16 Stunden am Stück fahren. In Las Vegas, San Francisco und Foster City wird das Fahrzeug derzeit erfolgreich erprobt.

© Zoox

Zahl der Woche: 16

Ab dem Frühjahr könnte sich der Verkehr auf deutschen Radwegen verdichten. Das liegt auch an der stark steigenden Anzahl von verkauften Pedelecs. Nach einer aktuellen Umfrage des Data-Science-Unternehmens “Kantar” besitzt mittlerweile fast jeder sechste Deutsche (genau genommen 16 Prozent) mindestens ein E-Bike. Weitere fünf Prozent der Befragten beabsichtigen laut Studie, zeitnah so ein Fahrrad zu erwerben.

Zitat der Woche: Nach unten reguliert

Während weltweit Passagierjets auf sogenannten Flugzeugfriedhöfen landen, gedeihen europaweit Mobilitäts-Start-Ups, die mit Flügeln, Propellern und Rotoren aufsteigen wollen. Auch das Projekt Advanced Air Mobility aus Barcelona verfolgt ambitionierte Pläne. Der Firmengründer Aitor Martin hat eine elektrische Flugdrohne entwickelt, die einen Passagier deutlich kostengünstiger transportieren kann als ein Helikopter. Konzipiert hat Martin sein Flugzeug für Businessreisende, die rasch mittlere Distanzen überwinden müssen. Bis die Drohnen Passagiere umherfliegen dürfen, werden jedoch noch ein paar Jahre verstreichen.

„Was die Flüge mit Passagierdrohnen noch bremst, ist die Regulierung.“

Aitor Martin, CEO Advanced Air Mobility

Innovation Update: Das Land der Dichter, Denker und Raumfahrer?

Womöglich müssen Reisebüros ihre Prospekte für auswärtige Deutschland-Urlauber bald umschreiben: Das Land der Dichter und Denker entpuppt sich langsam zur Nation der Dichter, Denker und Raumfahrer. Bereits im Herbst startet mit Mathias Maurer erneut ein deutscher Astronaut ins All. Mit einer SpaceX-Raumkapsel begibt sich Maurer auf die wohlklingende Mission „Cosmic Kiss” in Richtung ISS.

Zeitgleich robben sich deutsche Ingenieure peu á peu im Weltraum vor. So arbeitet die Innovationsschmiede Bosch gemeinsam mit US-amerikanischen Partnerunternehmen an Hightech-Lösungen für die Mond-Roboter der NASA. Konkret geht es momentan um Technologien, die intelligentes autonomes Navigieren und kabelloses Laden auf der Mondoberfläche ermöglichen sollen. Bosch, so heißt es weiter, wolle die im Projektverlauf entwickelten Innovationen anschließend für normale Erdenbürger nutzbar machen.

LinkedIn Top-Voice der Woche

Emily Castor Warren, Senior Policy Advisor bei Nelson / Nygaard in San Francisco, berät Unternehmen auf dem Weg in eine nachhaltige Mobilität

Schon gewusst, dass es E-Bikes mit gefrästen Rahmen gibt? Hersteller können mit vielen Methoden Aluminiumrahmen für Fahrräder produzieren: zum Beispiel stanzen, pressen oder muffen. Die norddeutsche Bike-Schmiede Alutech-Cycles wählt jedoch eine noch aufwendigere Herstellungsart: Der Rahmen des E-Mountainbikes CNC E-Fanes wird aus einem kompakten Aluminiumblock gefräst. Alleine dieser Arbeitsschritt frisst mehr als 24 Stunden pro Bike. Dazu kommen intensive Schweißarbeiten. Ein besonders stabiler und fast unkaputtbarer Rahmen ist das Ergebnis. Und ein Endpreis von 15.999 Euro.