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©ÖBB

IAA MOBILITY Weekly: Nachtzug nach Paris

10.12.2020

Gebrauchte Elektrofahrzeuge könnten für viele Autofahrer das Sprungbrett in die E-Mobilität sein, wenn sie wichtige Details beachten. Wer eh lieber auf der Schiene reist, darf sich auf ein Revival der Nachtzüge freuen. In San Antonio arbeiten Ingenieure derweil an netteren Ampeln. Das und mehr im IAA-Weekly.

The Lead: Lohnen sich gebrauchte Stromer?

Gebraucht, aber sexy – Serienfigur Hank Moody verführte in einem verschlissenen Sportwagen ein Millionenpublikum. Der Autor mit Schreibblockade und Alkoholproblemen brauste in der Kultserie Californication mit einem einäugigen Porsche 964 durch die Straßen von Los Angeles. Ein Vorderlicht zertrümmert, die Motorhaube von Staub überzogen, die Sitzpolster versifft – kultiger war selten ein Serienporsche.

Gebraucht ist „besser als neu“. Dieser Leitsatz gilt momentan für viele Autofahrer, die einen Wechsel auf ein elektrisch fahrendes Vehikel erwägen. Einem Bericht der Tagesschau zufolge steigt nicht nur das Interesse an vollelektrisch angetriebenen Neuwagen. Bei Gebrauchtwagenhändlern werden Second-Hand-Elektroautos stärker nachgefragt. „Wir haben oft den Fall, dass die Kunden erst einen Gebrauchten nehmen. Und dann, wenn die Skepsis fällt, sich für einen Neuwagen entscheiden”, zitiert die ARD einen Gebrauchtwagenhändler aus Freising, Bayern.

Hyundai Kona Elektro ©Hyundai Motor Company

Das Interesse an gebrauchten E-Fahrzeugen steigt aber nicht nur wegen der Chance, elektrische Mobilität mit geringen wirtschaftlichen Risiken zu testen. Auch profitieren Kunden auf dem Zweitmarkt von kurzen Wartezeiten. Gebrauchte E-Modelle sind meist sofort verfügbar. Zudem sind nach Experteneinschätzungen auch zwei bis drei Jahre alte Fahrzeuge technisch so fortschrittlich, dass sie einen Vorgeschmack auf topaktuelle Modelle geben können. Käufer von Gebrauchtwagen sollten vor dem Erwerb jedoch besonders auf Gelenk- und Fahrwerksteile, die Reifen sowie den Zustand der Batterien achten, raten TÜV-Experten.

PS: Wer Vintage mag, aber vor allem auf motorisierte Innovationen abfährt, kann bei der IAA Mobility 2021 zwischen dem 7. und 12. September die Neuheiten der Zukunft bestaunen. Und sogar neueste Modelle probefahren.

Infrastruktur Update: Im Nachtzug nach Paris

Wie wollen die Menschen reisen, wenn das Reisen wieder uneingeschränkt möglich ist? Vier europäische Bahnunternehmen haben eine Idee und recyceln ein Stück eingemottete Reiseromantik: Bald könnten deutlich mehr Nachtzüge durch Europa rattern.

Die staatlichen Bahnen aus Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz wollen 13 Metropolen via sogenannten Nachtsprung miteinander verbinden. Zu den angebundenen Städten sollen unter anderem Wien, München, Köln, Berlin, Paris und Amsterdam gehören. Das Ziel: Die Anzahl der per Nachtzug beförderten Fahrgäste soll sich verdoppeln – momentan sind es 1,4 Millionen.

©Deutsche Bahn
©Deutsche Bahn

Zitat der Woche: Verkehr erhalten

Noch vor einem Jahr ächzte der öffentliche Nahverkehr unter zu großen Passagierlasten. Viele Waggons glichen Sardinenbüchsen, nur roch es schlechter. Durch die Folgen des Coronavirus leiden öffentliche Verkehrsunternehmen heuer unter einem stark sinkenden Fahrgastaufkommen. Züge sind verwaist, ganze Buslinien werden ausradiert. Aus Angst vor einer Corona-Infektion pendeln die Menschen lieber allein. Das könnte schwerwiegende ökologische wie soziale Folgen haben, warnt Mohamed Mezghani.

„Es ist wichtig, den öffentlichen Verkehr zu erhalten oder zu stärken, wenn wir den Stillstand in den Städten vermeiden wollen.“

Mohamed Mezghani, Generalsekretär der International Association of Public Transport

Zahl der Woche: 120

Es gibt produktive Mitarbeiter, und es gibt innovative Superstreber wie Jens Braband. Der Mathematiker und Sicherheitsforscher aus Cuxhaven, Niedersachsen, konnten in seinen 27 Jahren bei der Mobility-Sparte der Siemens insgesamt 120 Patente anmelden. Von Braband programmierte Algorithmen schützen unter anderem Hochgeschwindigkeitszüge vor Cyberangriffen. 

LinkedIn Top-Voice der Woche

Olivier Reppert führt den Carsharing-Anbieter von Daimler und BMW strategisch in die Zukunft.

© Volkswagen AG

Innovation Update: Echtzeitanpassungen für Ampelschaltungen

Die Ampelphase ist ein mieser Verräter. Das denken jeden Tag viele Autofahrer. Im texanischen San Antonio, USA, wollen Verkehrsexperten den Frust verringern: Künftig könnten künstliche Intelligenzen die Ampelphasen gerechter steuern.

Bereits jetzt werden weltweit Signalschalten durch aufwendige Verkehrsstudien und Computersimulationen möglichst fair getaktet. Im Umkreis von Krankenhäusern, Shoppingcentern oder Stadien ist das Verkehrsaufkommen aber sehr sprunghaft. In San Antonio sollen deshalb Echtzeit-Adjustments des Ampeltaktes den Verkehr flüssiger regulieren.

„Die adaptive Signal-Timing-Strategie nutzt eine Technologie an der Kreuzung und auf Computerservern, die es uns ermöglicht, die Ampeln an den Verkehrszustand anzupassen. Und das möglicherweise in Echtzeit", erläutert der städtische Ingenieur Mark Jacobson.

Schon gewusst … , dass der Radsport-Weltverband UCI erstmal die Weltmeisterschaften im E-Cycling ausgetragen hat und dies aus deutscher Sicht höchst erfreulich? Der Mainzer Ruderer Jason Osborne gewann den Premieren-Titel nach insgesamt nach 65 Minuten und 15 Sekunden Fahrzeit vor seinen dänischen Konkurrenten Anders Foldager und Nicklas Pedersen.