IAA MOBILITY Weekly: Die Erste Wahl in Norwegen

06.11.2020

Zumindest in Norwegen sind die Wahlentscheidungen noch deutlich. E-Mobilität aus Deutschland liegt dabei im Trend ganz vorn. Das könnte auch bald für ein futurisches Tankstellenkonzept gelten. In den USA gärt derweil ein Konflikt – das und mehr im IAA MOBILITY Weekly.

The Lead: Endlich ein deutliches Ergebnis

„Mann weicht Elch aus und kollidiert mit Braunbär.” Das berichteten im August 2012 norwegische Lokalmedien und eine deutsche Boulevardzeitung. Der Fahrer verhielt sich bei diesem Manöver vorbildlich. Bei Elch im Scheinwerferkegel gilt: Unbedingt ausweichen! Die Unfälle mit skandinavischen Geweihträgern können für die Fahrzeuginsassen mitunter lebensgefährlich sein.

Auch wegen der permanenten Bedrohung eines ungewollten Elchtests sind SUVs in Norwegen besonders beliebte Fahrzeuge. Da die traditionell umweltbewussten Norweger ebenso gerne nachhaltig wie sicher fahren, thront der vollelektrische Audi e-tron momentan auf Platz 1 im Ranking der beliebtesten E-Fahrzeuge im Königreich der Fjorde. Zwischen Januar und Oktober wurden 8.203 E-tron in Norwegen zugelassen. Der Sieg des Ingolstädter Vorzeigemodells ist eine – zur Abwechslung – klare Sache. Auf Platz 2 und 3 rangieren etwas abgeschlagen mit dem e-Golf (4952) und dem VW ID.3 (4465) zwei VW-Fabrikate, wobei besonders der ID.3 rasant aufholt. Alle drei Modelle haben eines gemeinsam – sie liegen im hohen Norden viele Autolängen vor Tesla.

Infrastruktur: Die Tanken der Zukunft

Rund 20.000 Quadratmeter Fläche verteilt auf mehrere Stockwerke, 200 sogenannte Charging-Points mit 500kw-Anschlüssen für extra rasches Laden – das bayrische E-Mobilitätsunternehmen eLoaded denkt in neuen Maßstäben. Die futuristischen Großtankstellen sollen sogar als Hubschrauberlandeplätze und Knotenpunkte für Carsharing- und Ridepooling-Modelle fungieren. Derzeit analysiert eLoadet mit verschiedenen Partnern erste Standorte für die sogenannten E-Mobility-Hubs.

Zitat der Woche: Brückenbauen

VDA-Präsidentin Hildegard Müller in Ihrem Gastbeitrag für den Berliner Tagesspiegel. Brückenbauen und Partnerschaft first – mit diesem Prinzip können die USA und Deutschland gemeinsam viel in einer sich dramatisch ändernden Welt erreichen.

„Mit der Brücke über den Atlantik ist es ein bisschen wie mit der Golden Gate Bridge in San Francisco, es muss ständig an ihr gearbeitet werden.“

Hildegard Müller, VDA-Präsidentin

Zahl der Woche: 32.324

32.324 Anträge für die Elektroauto-Kaufprämie gingen im Oktober ein. Zum vierten Mal in Folge ein Rekord! Die erhöhte Prämie gilt bis Ende 2021. Der Kauf von Elektroautos wird mit bis zu 9.000 Euro gefördert. Davon übernimmt der Bund 6.000 Euro, der entsprechende Hersteller den Rest.

LinkedIn Top-Voice der Woche

Auf seinem Kanal berichtet er über intermodale Servicelösungen für Städte und städtische Gebiete, die zu weniger Staus, geringerer Umweltverschmutzung und zu erschwinglicher Mobilität insgesamt beitragen. 

Innovation Update: Das Tübinger Taschenmesser für Mobilität

„Alle unter einem Dach” – das war einst die Show von Steve Urkel, nun ist es das Projekt von Ortwin Wiebecke, dem Chef der Tübinger Stadtwerke. Der möchte mit seinem Team und der ansässigen Universität eine App entwickeln, die verschiedenste Mobilitätsangebote an einem digitalen Ort bündelt – vom öffentlichen Nahverkehr, über Carsharing-Modelle bis zu Anbietern von E-Rollern und Mietfahrrädern.

In wissenschaftlichen Befragungen hatten die Forscher der Universität herausgefunden, dass nicht die Art das Transportmittel vordergründig über die Mobilitätszufriedenheit der Bürger entscheidet. Wichtiger sind Faktoren wie Flexibilität, Komfort und Nachhaltigkeit. Die App soll als „Schweizer Taschenmesser” die Vorzüge von allen auf dem Markt verfügbaren Mobilitätsangeboten an einem Ort zentrieren. Ob aus den Plänen mobile Realität wird, entscheidet sich im Frühjahr 2021.

Schon gewusst?: Norwegen gilt als eine europäische Hochburg der E-Mobilität. Die frühe staatliche Förderung und das überdurchschnittlich hohe Einkommen einer breiten Bevölkerungsschicht sorgen dafür, dass einheimische Autofahrer und -fahrerinnen zuletzt deutlich mehr Neuwagen mit E-Antrieb als mit Verbrennungsmotor anmeldeten. Bereits im März stieg der Anteil der neuzugelassenen Elektro-Autos erstmals über die 50-Prozent-Marke.

Auf der IAA 2021 steht innovative Mobilität in allen Facetten im Mittelpunkt. Intelligente Verkehrslösungen, visionäre Denkweisen, Automobil und gesamte Mobilitätskette. Alles was Mobilität von morgen formt und erlebbar macht. Seien Sie dabei!